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1 (1887)
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Da machte General Karolkof den Fehler zu befehlen, im Sturmschritt anzugreifen.Es ging bergan und viele von den Soldaten blieben stehen, weil ihnen der Athem zu kurzwurde und sie nicht weiter konnten. Der Feind befand sich hinter einem Bollwerk und be-stand aus zwei Batterien, jede mit vier Geschützen besetzt, einer Courtine und einer Trancheeversehen, deren vordere Seite mit Balken gedeckt und mit Schiessscharten versehen war.

Wir konnten bemerken, wie alle ins Lager eilten, um unserer Bewegung zuvor zukommen. Sie waren so nahe, dass wir die Linie ihrer Flintenlänfe zählen konnten.Plötzlich eröffneten sie ein heftiges Feuer. Unsere armen erschöpften Leute konnten sichbei aller Anstrengung kaum fortbewegen, ein Kugel- und Kartätschenregen überfiel sie,und vor mir stürzte der General mit beiden Adjutanten mit den Pferden: wie durcheinen elektrischen Schlag lagen alle auf der Erde. Als ich mich umsah, war auch keinMann auf den Füssen. „Vorwärts!" rief ich, ■— es rückte und bewegte sich niemand.Da schrie ich: „Mit Euch feigen Menunen will ich nicht sterben, lasst mich von denFeinden erschiessen," — und ging rasch vorwärts. Da fingen viele von meiner Compagniean auf allen Vieren zu kriechen und so näher an mich heranzukommen. Da rief ichwieder: „Habt Ihr keinen Mutli mir zu folgen, nun so kriecht weiter!"

In diesem Augenblick traf General Murawief mit einer combinirten Batterie undzwei schweren Belagerungs-Geschützen, die der Garde-Kapitän Filosofof commandirte, ein.Da rief ich wieder: „Hurrah, vorwärts!" Endlich sprangen sie alle auf und wir erstürmtenglücklich die Batterie und das Lager.

Nun konnte ich an die genommenen Kanonen denken und schickte einen Offiziermit sechzehn Mann zur Bewachung derselben hin, damit es mir nicht wie das ersteMal ginge. Wir mussten den Feind einen steilen Berg hinunter bis zum Festungsgrabenverjagen, wo wir nur mit Mühe die Soldaten aufhalten konnten, da sie es wie bei Karszu machen glaubten.

Mich hatte man bei diesem Wirrwarr mit meiner Compagnie allein gelassen undich musste jetzt eilen, ehe die Türken sich vom Schreck erholten. Das Lager fanden wirleer, nur abgehauene Soldatenköpfe lagen zusammengetragen in Menge, was die Soldatenin Wuth setzte. Von den Chersonschen Grenadieren waren die meisten, sie hatten sichden ganzen Tag in der Schlucht halten müssen.

Ich bekam den Befehl, den steilen Berg hinauf mich wieder zurückzuziehen und bliebdadurch den feindlichen Kartätschen ausgesetzt. Endlich fanden wir. eine vom Regenausgerissene Stelle, die uns etwas Schutz gewährte. Nicht lange hierauf kam mir OberstBurzof, der Tranchee-Major, entgegen und rief: „Ich gratiüire auf Befehl des Ober-befehlshabers zum Georgen-Orden IV. Klasse." *) Was damals in mir vorging, kannich nicht beschreiben.

Als icli meine eroberten vier Kanonen wieder erreichte, fand ich meine Leute artille-ristisch beschäftigt und Festung und Stadt beschiessend.

Graf Paskewitsch kam zu Pferde heran, rief mich, dankte für meine Haltung undsagte: „Sie bekommen den Georgen-Orden IV. Klasse."

1) Laut l'kas vom 15. Februar 1820 „für das Niederwerfen des 30000 Mann starken türkischen Heeres hei Achalzig am 9. August 1828-