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Die Geheimbewegung-, die wir gemacht, war verfehlt und es musste angegriffenwerden. Kaum waren wir einige hundert Faden vorwärts gerückt, so standen wir voreiner tiefen Schlucht, die von den Eecognoscirenden nicht bemerkt worden war, was inGebirgsgegenden leicht vorkommt. Wir fanden zwar eine Stelle, wo es gelang, dieKanonen hinüberzuschaffen, doch ehe wir zum Angriff kamen, waren noch viele Schwierig-keiten zu überwinden, weil ein tiefer Bergstrom mit steilen Ufern angetroffen ivurde undwir auf eine Erdzunge zwischen zwei Schluchten gerathen waren. Wie nun die Artillerieaufstellen? Ein kleiner Theil der Truppen konnte nur dazu benutzt werden und der Feindfand Zeit, seine Pläne auszuführen. Bataillone von uns wurden zum Aufhalten des Feindesin die Schlucht geschickt, die übrigen deckten die Artillerie und standen in der Schlucht.Die Artillerie in Ordnung zu bringen und zu stellen, kostete viel Arbeit und Mühe, dennnur der kleinste Theil der Leute konnte beschäftigt werden. Zum Glück fanden wirCavallerie in der Schlucht. Der erste Angriff misslang. Die Schlacht währte vom An-bruch des Tages bis 5 Uhr nachmittags. Es war entsetzlich heiss und alle schmachtetennach Wasser, welches nur in der Schlucht zu finden war. Der Feind bemerkte diesesund liess das Wasser ab, was die Leute dort besonders gut verstehen. Unsere Lagewurde immer schwieriger, der Verlust war bedeutend, vom Lager waren wir abgeschnitten.
Mit grosser Gefahr hatte der Befehl von Paskewitsch den General Murawief, derin der Wagenburg war, erreicht, der zu Hilfe kommen sollte. Währenddessen bewölktesich der Himmel, es zog ein Gewitter auf und mächtige Adler schwebten über uns, nachBeute suchend.
Vom 42. Jäger - Regiment stand das erste Bataillon an einem Abhang, wo dieArtillerie an einem Wege aufgestellt stand, der zum feindlichen Lager führte, welchesunsere linke Flanke bedrohte. Die feindliche Infanterie bewegte sich längs des Weges,um in die Schlucht zu kommen. Nun wurden zwei Kanonen auf den Weg gestellt, eserwies sich jedoch, dass ein Artillerie-Offizier fehlte. Da kam General Güldenschmidt undsagte: „Wrangeil, Sie stehen hier umsonst, sobald der Feind sich zeigt, geben SieFeuer." Oberst Reut, der es mit anhörte, willigte ein und ich bekam das Commando.
Am Nachmittage fing es stark an zu regnen und zu gewittern. Da kam Paske-witsch unerwartet, zeigte auf die Adler, die unruhig über uns flogen, und sagte: „Seht,die sind unser Reichswappen, sie zeigen uns, dass wir angreifen sollen, wir haben langegenug gewartet —."
„Jetzt vorwärts!" rief General Karolkof und befahl, mit zwei Bataillonen des42. Jäger-Regiments und vier leichten Kosaken-Geschützen aus der Batterie des berühmten,tapfern Subkof das befestigte Lager zu stürmen.
Zur Unterstützung kamen zwei Bataillone des Schiriwan sehen Regiments unterBefeld des Oberst Borodin (ein Adjutant von Paskewitsch von 1812).
Ich stellte mich vor meine Compagnie, die sich an der Spitze der Sturmcolonnebefand. Der General ritt mit seinen Adjutanten Adkasof und Müller vor mir. Wirmussten bergan, um das Lager zu erreichen, vor welchem ein aufgepflügtes Feld lag, dessenlehmiger Boden durch den Regen ganz klebrig war, an den Stiefeln fest sass und denMarsch erschwerte.
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