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Letzterer sollte um die Hand der Prinzessin Dagmar (gegenwärtige Kaiserin MariaFeodorowna) von Russland werben. Die Stellung eines russischen Diplomaten amdänischen Hofe war eine sehr angenehme: man verkehrte viel beim Hofe, sah immerhohen russischen Besuch und stand der ganzen kaiserlichen Familie näher. Da der Chef,Baron N., kränklich war und auch als Geisteskranker starb, hatte Baron WrangellGelegenheit, in alle Familienangelegenheiten der beiden Höfe eingeweiht zu werden.Nach dem Tode des Thronfolgers wurde die Prinzessin mit dem Grossfürsten Alexander(gegenwärtiger Kaiser Alexander in.) verlobt, der vordem schon zweimal Kopenhagenbesucht hatte. Im Jahre 1S66, Ende September, begleitete Baron Wrangell die Prin-zessin Dagmar nach St. Petersburg 1 ) und hatte im folgenden Jahre in Dänemark oft dieEhre, mit dem jungen hohen Paare zu verkehren. Dem Wunsche seines alten Vatersfolgend, verliess Alexander von Wrangell demnächst Kopenhagen, um die Leitungseiner in Litauen angekauften Besitzung ,.Rudabelka" zu übernehmen.
Die folgenden sieben Jahre widmete von Wrangell ganz der Landwirthschaft undden Landesangelegenheiten seines Gouvernements; er rief die Commercebank zu Minsk insLeben und wurde einstimmig zum Präses derselben ernannt, organisirte den landwirth-schaftlichen Verein der Grossgrundbesitzer, wurde Vice-Präsident dieses Vereins und vonder Regierung zum Landes-Ehren-Friedensrichter ernannt.
Nachdem Alexander von Wrangell die Besitzung Rudabelka 1874 verkauft hatte,befand er sich meistens auf Reisen in Deutschland und Italien, bis ihn im Mai 1876der Gehilfe des russischen Reichskanzlers, Herr von Giers, wieder ins Ministerium berief.
Es war zu der Zeit, als die orientalische Frage in Südost-Europa zur Entschei-dung drängte. Kaiser Alexander H. that sein möglichstes, um die Ruhe in Serbien,Montenegro und Bosnien zu erhalten, aber die Stimme des weisen Monarchen vermochteweder der türkischen Willkür noch den geheimen Hetzereien der Panslavisten Stillstandzu gebieten.
Im Mai 1876 ging Baron Wrangell mit einer geheimen Mission über Wien nachMontenegro, verblieb den Sommer über bei seiner Familie in Italien und kehrte im Spät-herbst ins Ministerium nach St. Petersburg zurück.
Auf Allerhöchsten Befehl ging Baron Wrangell im September 187 7 über Wiennach Montenegro. Als Commissar der Regierung hatte er die Verpflegung des ganzenkleinen Staates zu leiten; denn alles was nur Waffen tragen konnte, lag seit drei Jahrenim Felde gegen die Türken, die Aecker blieben unbestellt, das Land war dem Verhungernausgesetzt; zudem mussten noch 72000 Flüchtlinge aus Bosnien und der Herzegowina,sowie die kleine tapfere Amnee des Fürsten Nicolaus, etwa 21000 Mann stark, von BaronWrangell mit Brot versorgt werden. Er entledigte sich dieser schweren Aufgabe zur all-gemeinen Befriedigung, machte den montenegrinischen Winterfeldzug in Nordwest-Albanienund die Belagerung von Antivari mit, war bei vielen kleineren Gefechten und der Schlachtvon Dnlcingo zugegen. Als der Prel-Friede von San Stefano das Kriegsgetümmel lahmlegte, ging Alexander Baron Wrangell nach St. Petersburg, um dem Kaiser einSchreiben des Fürsten Nicolaus zu überbringen und mündlichen Bericht abzustatten.
i) Zu seiner Disposition wurde die kaiserliche-Jaclit „Oloff" gestellt.
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