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1 (1887)
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und den Mitgliedern der bulgarischen Gesellschaft des Rothen Kreuzes em-pfangen, dann auf einem Dampfer über die Donau gesetzt und in Rustschukuntergebracht. Hierauf zog die Colonne nach Sofia ab, wo sie nach einerbeschwerlichen Reise über den Balkan am 15. December eintraf und in ehren-vollster Weise empfangen wurde.

Fürst Alexander selbst ritt an der Spitze einer Truppenabtheilung derColonne von Sofia aus entgegen; die Truppen salutirten, und sodann schrittder Fürst mit der Baroness Wrangell, der Vorsteherin des Detachementsder barmherzigen Schwestern, die Front ab. Hieran scliloss sich der feier-liche Einzug.

Die Oberin übernahm ein Hospital von sechzig Betten, welches vonrussischen Militär-Agenten organisirt war und auf Wunsch des Fürsten nurSchwerverwundete aufnehmen sollte. Da die meisten ausländischen Sanitäts-Colonnen bereits im Begriff waren den Kriegsschauplatz wieder zu verlassen,sich aber noch gegen 2000 Verwundete vorfanden, die der Pflege harrten, sofand die Oberin Baroness von Wrangell noch reichlich Gelegenheit zur Aus-übung ihres schweren Berufes.

2. Annastasia (94), vermählt an den Landes-Marschall Alexis von Mandersternim Gouvernement Pultawa.

3. Dorothea (96), vermählt mit dem Rittmeister a. D. vom Garde du CorpsPeter von Obuchoff.

90. Alexander von Wrangell, Baron zu Ludenliof,

Sohn von Hans George Hermann (72), wurde am 23. März 1833 auf dem Gute Werinaunweit Narwa geboren. Als siebenjähriger Knabe wurde er dem Alexander-Kadetten-Corps übergeben und besuchte diese Anstalt drei Jahre, da nach den damaligen Begriffendie Jugend nicht zeitig genug an die stramme Militärzucht gewöhnt werden konnte. Eswar zu der Zeit, wo der Soldatenstand beim Kaiser Nicolaus alles zu bedeuten hatte.Die kleinen Kadetten wurden von alten Garde-Unteroffizieren wie Rekruten gedrillt undmussten im Sommer im Park ein Zeltlager beziehen.

In dieser Anstalt, „Kadetten-Corps der Minderjährigen" genannt — mit zwölf Jahrenwimde man in die regulären Corps übergeführt —, bestand eine Abtheilung, in der sichOffizierswaisen im Alter von nur zwei bis fünf Jahren befanden und von ihren unifor-mirten Klassendamen, denen die Ruthe das beste Erziehungsmittel war, militärisch strengbehandelt wurden. Die Körperstrafe war damals gang und gäbe, für das geringste Dis-ciplinarvergehen wurden die armen Geschöpfe bis zur Ohnmacht mit Ruthen gepeitscht.Jeden Morgen hatte man das zweifelhafte Vergnügen, dieser Execution nach dein Gebet mitbeizuwohnen. Das Corps befand sich in Zarskoje-Sselo, der Lieblings- und Sommerresidenzdes Kaisers Nicolaus, und wurde vom Kaiser fast wöchentlich besucht. Seine Majestätmachte sich ein Vergnügen, daraus seine „künftigen Generale", wie er sie nannte, selbstexerciren und turnen zu lassen. Oft wurden die Ohren und Zöpfe der Zöglinge von