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1 (1887)
Seite
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Höchsteigenen Händen bearbeitet, noch weit häufiger aber die Flinken mit Aepfeln undZuckergebäck belohnt..

Das Hungern, Prügeln und Drillen während dreier Jahre bewirkte, dass der kleineAlexander einen Widerwillen gegen den Militärdienst empfand und sich den Wissen-schaften widmen wollte; besonders zogen ihn die Naturstudien an.

Im Alter von zehn Jahren wurde Alexander einem Lehrer übergeben, bei demer zwei Jahre verblieb. Dieser Herr litt am Delirium tremens, misshandelte seine jungeFrau und seinen Schüler Alexander und schloss beide, wenn er sich einen gutenTag machen wollte, ein, bis er eines Tages von der Criminal-Polizei gepackt und aufmehrere Jahre unschädlich gemacht wurde.

Das schlechte Beispiel hatte auf die gute Natur des Kindes keinen Einfluss. SeineMineralien, Schmetterlinge und Bücher erlaubten ihm kaum an etwas anderes zu denken,auch stand ihm die Mutter, der er in kindlicher Liebe und Achtung sehr ergeben war,warnend und berathend zur Seite.

Mit zwölf Jahren kam Alexander in die Hände des in Petersburg bekannten Pro-fessors der alten Sprachen am Kaiser-Alexander-Lyceum, Grosdoff, einer Persönlichkeit,die Generationen von russischen Staatsmännern erzogen hat. Dieser Mann, ein Bauern-sohn, war seiner Strenge und Grobheit wegen bekannt und gehörte seiner Methode nachin das vorige Jahrhundert, wo der Stock eine mächtige Polle in der Erziehung spielte.Endlich im vierzehnten Lebensjahre trat von Wrangell in das Kaiser-Alexander-Lyceum,die beste bis jetzt bestehende Anstalt in Russland, die nur für 120 Schüler, Söhne deshohen Adels, eingerichtet ist. Sechs Jahre verblieb er in dieser Anstalt und beendeteseine Studien im Jahre 1853 als einer der besten Zöglinge mit dem Range eines Titular-raths. Dieser ausgezeichneten Schule hat er vieles zu verdanken, und der feine Sinn,sowie die Kameradschaft der Mitschüler wirkten wohlthuend auf ihn ein.

Kaum beim Justiz-Ministerium angestellt, wurde der junge Mann nach West-Sibirienabcommandirt. Das Treiben der grossen Welt, zu der Alexander durch Stand, Vermögenund Verwandtschaft in St. Petersburg gehörte, hatte für ihn wenig Anziehendes. Reisenund Naturstudien waren sein Beruf; er nahm daher die Stellung in dem fernen Ostenmit Freuden an, besuchte auf der Hinreise die Bergwerke im Ural-Gebirge, blieb längereZeit in Tobolsk, machte eine Reise nach Beresow und von dort auf Rennthieren bis Obdorskund ging 1855 als Staatsanwalt nach Semipalatinsk am Irtischfluss.

Es war dieses ein neues Gouvernement, bestehend aus den Ländereien der Kir-gisensteppe, der neueroberten chinesischen und turkestanisclien Distrikte und einigen Theilendes südwestlichen Altai-Gebirges. Hier Wieb Baron Wrangell zwei Jahre; seine freieZeit widmete er wissenschaftlichen Studien und Reisen, besuchte das Gebiet der Balchaschund Issik-Kul-Seen, mehrere Male das Altaigebirge und kam mit sehr erweiterten ethno-graphischen und naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Sammlungen im Frühjahr 1857nach St. Petersburg zurück.

Die in West-Sibirien zugebrachte Zeit wirkte in vieler Beziehung auf von Wrangellein. Hier lernte er das Leben und die Menschen von den verschiedensten Seiten kennen.