— 380 —
burger Zeitung mit der Bitte, nachfolgende Erklärung in genannter Zeitung auf-zunehmen, welchem Wunsche derselbe auch am 9. (21.) October 1868 infolge einesSchreibens des Friedensrichters des ersten Bezirks im jamburgischen Kreise, AndreasNetzer, nachkam. Die Erklärung lautete:
„Wir, Bauern des St. Petersburgschen Gouvernements, jamburgschen und peter-hofschen Kreises, der Dörfer Terpilitza, Räbititz, Wolosowo, Rogatino, Torosowa, Gorki.Rellewo und Klein-Gorki halten es für unsere heiligste Pflicht unsern innigsten Dankunserm vielgeliebten Wohlthäter und Besitzer, dem selig entschlafenen Baron Georg,Hermanns Sohn, von Wrangeil für die unausgesetzte Sorge für unser Wohl auszusprechen.Gering ist die Zahl unserer Häuser, die nicht aus seinem Material und seinem Gelde er-baut sind. Die beständig uns gebotene Gelegenheit zum lohnenden Verdienst, wofür wiralljährlich im Winter von den Prohnarbeiten zur Zeit der Leibeigenschaft befreit waren,und die unausgesetzte Ueberwachung und Anleitung in unseren eigenen Wirthschaftenhaben den Grund zu unserem gegenwärtigen Wohlergehen gelegt, wofür ihn unsere Kindernoch segnen werden. In schweren Jahren wandte sich jeder Bedürftige mit der Bitteum Geldunterstützung zum Ankauf von Vieh und Korn an ihn, mit der vollen Ueberzeu-gung, dass seine Bitte nicht unberücksichtigt bleiben wird, falls sie durch wirklichesBediirfniss veranlasst war. Die Sorge für unser Wohl hörte auch nach der Aufhebungder Leibeigenschaft nicht auf. Unausgesetzt fanden wir in dem Entschlafenen einenweisen Berather. Insbesondere fühlten wir uns im vorigen Jahre zum Dank verpflichtet,als er fern von uns im Auslande weilend und von unserer leidenden Lage erfahrend, dieVerfügung zum Ankauf und Vertheilung von 1500 Sack Roggen d. h. pro Kopf ein Sack,traf. In St. Petersburg zum Empfange des Getreides eintreffend, versammelten wir unsin der Kathedrale der heiligen Kasanschen Mutter Gottes und hielten einen Dank-Gottes-dienst damals für die Gesundheit und ein langes Leben unsers Wohlthäters und seinerFamilie ab."
Hans Georg Hermann war seit dem 13. November 1831 vermählt mit DorotheaRausch von Traubenberg, Tochter des Oberst Barons Rausch von Traubenberg. Sie wargriechischer Confession und starb am 21. August 1851 in Dresden. Sie wurde Trinitatiin der Familiengruft beigesetzt.
Aus dieser Ehe stammten vier Söhne: Alexander (90), Michael (91), Georg (93),Nicolai (95) und drei Töchter:
1. Wera (92), Oberin in dem Stift Kreuz und der Grossen Militärklinik an der neuenAlexanderbrücke zu St. Petersburg, begab sich nach Ausbruch des russisch-türkischen Krieges 1877/78 nach der Türkei und übernahm die Leitung derHospitalschwestern. Sie entwickelte namentlich in Tirnowa beim Schipkapassund nach der Einnahme von Plewna eine segensreiche Wirksamkeit.
Als dann im Kriege zwischen Bulgarien und Serbien 1885 von St. Peters-burg aus zwei Detachements des rotheu Kreuzes nach dem Kriegsschauplatzgesandt wurden, ging Wera Baroness von Wrang eil mit dem einen Detache-ment, welches aus 24 Schwestern bestand, nach Sofia. Am 8. December traf dieColonne in Giurgewo ein und wurde dort von einem Vertreter des Fürsten