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Haupttlieil oder die eigentliche relativ medica in zusammengedrängter Darstellung aufvier Blättern, aber durch und durch mit Notenzahlen von 1 bis 201 versehen, die auf diefolgende Abtheilung verweisen, worin der Verfasser mit grosser Gelehrtheit entwickelt,was in den vier Blättern enthalten ist.
Diese relativ medica ist überschrieben: „Wrangelius coeliacus", was auf deutschheissen könnte: „Der magenkranke, gastrische Wrangel".
Der Verfasser erzählt nun, wie er am 16. Juni 1676 nach Spyker zu dem krankenGrafen, der seit dem 10. Juni schwer angegriffen war, gerufen wurde, und vergisst nicht,dass der Graf damals in dem 63. Lebensjahr stand, also in dem, wie bekannt nachMeinung der Alten gefährlichen „klimacterisclien Jahre". Der Verfasser theilt in allerKürze mit, wie der Graf von seinem Arzte, Dr. Horn, den 13., 14. und 15. Juni behan-delt worden sei und kommt dann zu seiner eigenen Behandlung am 16. Juni. Als ergegen Abend angekommen war, klagte der Kranke über Erbrechen, Durst, Schwindel,Besorgniss wegen Schwindsuch't. Vom 17. bis 19. Juni waren zwar ruhige Nächte; dasErbrechen erfolgte jedoch mehrere Male. Am 20. und 21. Juni waren die Nächte un-ruhig und das Erbrechen nahm zu, so dass der Graf, welcher selbst an seinem Aufkommenzweifelte, sich das heilige Abendmahl reichen liess.
Am 22. Juni wurde Professor Helwig nachts um ein Uhr gerufen und fand denZustand bedenklich. In der folgenden Nacht führte der Kranke die zitternde Hand nachdem Gesicht; der ganze Körper war mit heissem Schweiss bedeckt; bald schloss der Grafdie Augen gleichwie im Todesschlafe, erkannte die Umstehenden von neuem und sprachmit einigen, wobei jedoch die Zunge zitterte.
In der Nacht zum 24. Juni erschien der Kranke zeitweise ruhig, zuweilen wegenheftiger Convulsionen unruhig und ängstlich; er schrie laut, es trat ein heftiges Erbrechenmit epileptischen Anfällen ein, wobei er die Daumen einkniff. So lag er ohne grosseVeränderung bis sieben Uhr abends. Während er den ganzen Tag nichts gesprochenhatte, brach er jetzt in den Seufzer aus: „Ach Gott, erhöre mich!" Um 12 Ulm nachtsstarb er ganz sanft.
Dieser dritte Theil des Buches enthält also die Antwort auf die beiden Fragen,wann und wie Carl Gustav Graf Wrangel gestorben ist. Er starb am 24. Juni1676 nachts 12 Uhr und zwar am gastrischen Fieber oder einer Krankheit, die manwohl jetzt „tödtlichen Typhus" nennen würde.
Die vierte und letzte Abtheilung der Schrift, die sogenannte Erklärung der drittensoeben besprochenen Abtheilung, ist der weitläufigste Theil des Buches. Dieselbe ent-hält nämlich 70 Quartseiten, ist aber lediglich eine Erklärung und gelehrte Recht-fertigung der während der Krankheit angewandten medicinischen Kur. Auf demletzten Blatte findet sich ausser einem lateinischen Vers auch eine Abbildung des Sargesdes Verstorbenen.
An der Glaubwürdigkeit des so umständlich beschriebenen Inhaltes des Buches istnicht zu zweifeln, und darf man sich wohl der Hoffnung hingeben, dass hierdurch alleGerüchte über die eigenthümlichen Todesarten des Feldherrn Grafen Wrangel wider-legt sind, und zwar um so schlagender, als der Pfarrer Johann Vulejus am 21. Septem-