Grabgewölbes bald nach der Beisetzung der Leiche verschlossen und vermauert worden istund der Schlüssel, wie erzählt wird, von Barbara von Wrangel (VI 13) in den Mälar-See geworfen worden sein soll. Der Oberst hat nur durch die mit TraiHen versehenenFensterchen zwei Särge in der Gruft nebeneinander stehen sehen. 1 )
Wo die Leiche des Feldherrn unmittelbar nach seinem Tode beigesetzt worden,ist nicht nachweisbar. Gaulien erwähnt nichts hierüber; nur Anrepp, 2 ) der den Tod„in der Nacht zum 25. Juni zu Spyker" erfolgen lässt, giebt an, dass der Feldherr inder Ritterholms-Kirche beigesetzt und dann in das von Wrangeische Gewölbe in derSko-Kirche übergeführt worden sei.
Diese Annahmen hatten sich bis in die jetzige Zeit überliefert, wo selbst dieSage über den vermuthlichen Tod des Feldherrn von Wrangel in diesseitigen Lokal-blättern behandelt wurde. 3 )
Wenngleich nun zur Ermittelung des wahren Sachverhaltes die umfangreichstenRecherchen angestellt worden, welche die verschiedensten Resultate geliefert, so schienes bei der Herausgabe der vorliegenden Familiengeschichte geboten, jene nochmals inAngriff zu nehmen.
Zunächst kam aus Schweden selbst vom Grafen Friedrich von Wrangel-Saussdie Mittheilung, dass die Tochter (13) des Feldmarschalls Hermann von Wrangel(2) in ihrem Testament gewünscht habe, dass „kein Sarg im Wrangeischen Grabgewölbeberührt werde". Durch diese testamentarische Bestimmung war die Hauptquelle — „dasOeffnen des Sarges des Carl Gustav von Wrangel, Grafen von Salmis" — ab-geschnitten.
Es fand sich aber eine sehr wichtige Quelle vor, welche sofort alle Skrupel indieser ganzen Angelegenheit beseitigte. In der königlichen Bibliothek zu Kopenhagenward ein Buch aufgefunden, welches den Titel: „Christoph Helwigii de morbo et obituillustr. celsiss. comitis Dn. Caroli Gustavi Wrangeiii, S. Reg. Maj. regnocumque SvesiaeSenatoris et Archistrategi etc. etc., Domini sui clementissimi, ad illustrissimos heredesrelativ meclica Gryphiswaldae 1676 4°", führt.
Dieser Professor Dr. med. Helwig an der Universität Greifswald ward zum Feld-herrn von Wrangel, der auf seinem Besitze Spyker auf Rügen krank lag, gerufen undgiebt in diesem Buche den Erben Wrang eis einen ärztlichen Bericht (relativ medica)über die Kra nkh eit und den Tod des Patienten.
Das Buch besteht aus folgenden Theilen: 1) Declication an die Familie des Ver-storbenen, den Grafen Niels Brahe zu Wissingsborg, den Grafen Leonh. Jo. Wittenbergvon Debern zu Neuburg und drei Damen der Familie von Wrangel; „Greifswald den1. November 1676" unterzeichnet. -— 2) Einleitung, betreffend die Krankheit des Ver-storbenen, im Original in griechischer Sprache angegeben, welche Angabe in der Ueber-setzung sich mit „Diarrhoe, Indigestion, Unverdaulichkeit" deckt. — 3) Darauf folgt der
1) Eine nähere Aufklärung des wahren Sachverhalts ist "bereits bei Margarethe Barbara Freiin von Wrangel (13)Seite 198 mitgetheilt worden.
2) In Svenska Adelns Aettar-Taflor nt gifna (Stockholm 1864) Band 4 p. 634 bis 652.
3 ) So auch in der illustrirten Berliner Wochenschrift „Der Bär" im Jahrgang X Nr. 7 vom 10. November 1883 p. 101. DerAufsatz enthält im allgemeinen den schon vorher mitgetlieiltcn Zusammenhang.