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1 (1887)
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gemacht werden, und bevor die ersehnte Hilfe der Spitze zu theil ward, hatten dieSchweden, wie schon erwähnt, weiter rückwärts Stellung genommen.

Das Heer derselben bestand aus acht Regimentern zu Fuss, die aber, anstatt wiegewöhnlich, je 1200 Mann zählend, im ganzen nur noch 7000 Mann stark und deshalbwährend der Schlacht in sechs Brigaden („Brigade- seit Gustav Adolf taktische Einheit)rangirt waren; ferner aus 4200 Mann Üavallerie und 3S Geschützen.

Die Brandenburger dagegen zählten 5000 Kürassiere, wobei sich theils aus denSchlachtberichten, theils aus der Erwähnimg verwundeter Offiziere die Gegenwart derTrabantengarde, des Leibregiments, Anhalt, Kurprinz, Hessen-Homburg, Derfflinger,Görtzke, Lüdeke, Oberst Printz, Mörner, sowie einzelner Schwadronen von Croy und Bruck-dorf nachweisen lassen, von denen beim Ausrücken 1G74 die Trabanten nur 300 Pferde,die übrigen je 500 bis 680 Pferde stark waren. An Dragonern hatte der Kurfürst 600Pferde, meist vom Regiment. Derfflinger. An Artillerie hatten die Brandenburger nurdreizehn Geschütze meist kleinen Kalibers. Die Musketiere aus Rathenow waren nocheinen Tagemarsch zurück.

Der Raum, auf dem sich nun die Schlacht entwickelte, das schon erwähnteLand Beilin, durch die Brücher eingeschlossen, ist ungefähr von birnenförmiger Gestalt,an Breite bei Fehrbellin etwa von 7000, bei Tarnow etwa von 7500 und bei der LimmerLandwehr von 1200 Schritt. Die Höhe des Ländchens, eines hügeligen Plateaus, ist ver-schieden; die Dörfer der Nordseite Linum, Hakenberg, Tarnow, über welche die alte Land-strasse von Nauen nach Ruppin und weiterhin nach Hamburg ging, liegen verhältniss-mässig tief; der übrige Theil der Insel ist von drei an der schmäleren Seite parallellaufenden Hügelreihen besetzt, die sich zu achtzig Fuss über den Spiegel der umliegendenGewässer erheben und damals grösstentheils mit Kiefern, zum Theil mit dicht verwachsenemUnterholz, kleinere Strecken auch mit Eichen bepflanzt waren. Zwischen diesen befindensich versumpfte Reste früherer Gewässer oder auch Hügel, welche, jene parallelen Kettenmit einander verbindend, vertlieidigungsfähige Abschnitte mit der Front nach Süden her-stellen. Auf einem dieser Abschnitte, vor sich einen etwa 1200 Schritt breiten freienRaum, in der rechten Flanke ein Gehölz, halben Weges zwischen Linum und Haken-berg, von jedem der Orte etwa eine Viertelmeile entfernt, hatte Generallieutenant Baronvon Wrangel, den linken Flügel geschützt durch einen einspringenden Zipfel desLuchs, in drei Treffen seine dritte Aufstellung genommen und seine acht RegimenterInfanterie in sechs Brigaden rangirt, die üavallerie zum Theil auf die rechte Flankegezogen, als der Landgraf ihn hier in seiner von üavallerie entblössten linken Flankeangriff. x )

Wegen des nun stattfindenden hartnäckigen Kampfes ging Derfflinger mit denDragonern (vier Schwadronen Reitern und zwei Geschützen) sofort dem Landgrafen zuHilfe, fand aber bei seinem Eintreffen den Feind abermals zurückgegangen und den linkenFlügel gestützt auf das Dorf Hakenberg, den rechten bis in die Nähe der zweitenParallel-Hügelkette auf einer der vorigen ähnlichen Terrain welle in zwei Treffen auf-

1) Zu dieser Auflassung zwingt der dem Theatrum Europaeum beigegebene Plan, obgleich der Prinz, der Ordre-de-bataille nach,da man brandenburgiseinerseits vom linken Flügel abmarschirt war. siebt auf die rechte Flanke des Feindes hätte werfen müssen.