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gestellt, wiederum die Infanterie in der Front, die Cavallerie hinter den Flügeln derSchlachtordnung.
Den richtigen Punkt erkennend, ging Derfflinger, gedeckt durch das TarnowerGehölz, auf die ganz in der rechten Flanke der feindlichen Stellung von den Schwedennicht besetzten Hügel vor und placirte seine Truppen vortheilhaft, obwohl unmittelbarin seinem Rücken der Katharinenpfuhl gelegen war. Um acht Uhr begann er sein Feuer,wiewohl sein Detachement nur klein und das Gros noch sehr weit zurück war. DerHimmel, der bis dahin Ströme Regens herabgesendet, klärte sich um diese Zeit auf undund der Nebel senkte sich. Die Bestürzung der Schweden, welche jetzt sahen, dass sie vonden auf der Höhe befindlichen brandenburgischen Geschützen in der ganzen Länge ihrerSchlachtordnung bestrichen werden konnten, war nicht gering. Es blieb ihnen nichtsübrig als der Versuch, die schon ihre Rückzugslinie auf Fehrbellin bedrohenden Geschützezu nehmen.
Der Generallieutenant Baron von Wrängel liess daher das Leib - Infanterie-Regiment des Generalmajors von Dalwig unter dem wegen seiner Tapferkeit berühmtenFührer, dem Oberstlieutenant von Malzahn, sowie die Cavallerie des rechten Flügelsdahin vorgehen. Schon waren die brandenburgischen Geschütze in grösster Gefahr undbereits ging das Regiment Dalwig mit gesenkten Spiessen gegen die Geschütze vor, alssich Homburg durch ein kühnes Manöver auf den Feind warf und mit mächtigem Cliocdie Schweden zurücktrieb.
Aber Baron von Wrangel verstärkte jetzt, da sein linker Flügel nicht mehrdurch die brandenburgische Avantgarde der „1500 Mann" bedrängt wurde, mit diesemseine rechte Flanke, während der Kurfürst, jetzt selbst zur Stelle, in der Verlängerungder die Stellung der Schweden dominirenden Hügel den allmählich herankommenden Restder Geschütze aufstellte, an deren Wirkung Baron von Wrangel am deutlichsten denFehler erkannte, den er mit der Nichtbesetzung jener Hügel begangen hatte.
Dieses Versehen gut zu machen, erneuerte er seinen Angriff; noch ein zweites Malkamen die Geschütze in grosse Gefahr, so dass der Kurfürst den ältesten Obersten, denGeneralwachtmeister von Monier, durch den Generaladjutanten von Küssow zum Schutzderselben vorbeorderte, der dann mit solcher Wucht auf das östgötische Arkebusirer-Regiment (Kürassiere) des Oberst Baron Wachtmeister traf, dass er den Seinigen fürden Moment Luft machte. Beide Obersten schössen sich gegenseitig von den Pferden, 1 )und in dem erbitterten Handgemenge gewannen die Brandenburger nur dadurch die Ober-hand, dass der Oberstlieutenant Henning sofort an des gefallenen Mörners Stelle trat, dieSoldaten immer wieder rangirte, in das östgötische Regiment hinein ritt, es trennte,mehrere Hundert niederhieb und den Rest zu eiligster Flucht zwang.
Aber neue Schaaren der Schweden traten an die Stelle, und es folgte nun einKampf, ein wirres Durcheinander, dessen einzelne Episoden nicht mehr entrollt werdenkönnen. Den Schweden, hier für die Rettung ihres Lebens fechtend, kam ihre Ueber-zahl dabei trefflich zu statten, bis der Ungleichheit der Streitkräfte das Eintreffen
J ) Handschrift des pommersehen „Greyff", p. 133.