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1 (1887)
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Sofort ertlieilte der Kurfürst Befelil zum Aufbruch aller Truppen, und da Ge-neral Lüdeke, der die Vorhut bisher geführt hatte, von seiner Detacliirung noch nicht zurück-gekehrt war, übernahm dieselbe auf seine Bitte der General der Cavallerie, Landgraf vonHessen-Homburg, der als Besitzer von Neustadt an der Dosse der Gegend genau kundig war.

Auf 1500 Pferde verstärkt, suchte er durch Beschleunigung des Marsches dieverloren gegangene Fühlung mit den Schweden wieder herzustellen. Nach Ueberschreitungdes Passes traf er jenseits desselben beim Vorrücken zunächst auf Lüdeke, der mit seinen1200 Pferden tags zuvor ausgeschickt war, um dem noch vor Nauen lagernden Feindein den Bücken zu fallen. Aber das Wasser, das er eine Stunde östlich von Nauen hattepassiren sollen, war durch die andauernden Regengüsse der letzten Tage so angeschwollen,dass seine Reiter dasselbe wohl dreissig Schritt weit schwimmend, die Waffen über demKopfe haltend, hatten überschreiten können, und da iiberdem die Nacht ihn überraschte,hatte dieser für Kürassiere schwierige Uebergang seine rechtzeitige Ankunft im Rückender Feinde nicht möglich werden lassen. Es regnete noch heftig. Der Nebel verhindertejede weitere [Umschau und die grundlosen Wege erschwerten das Fortkommen. Trotzdemfolgte Homburg dem Feinde „in gutem Trabe". Der Kurfürst brach mit dem Gros um5V 2 Uhr auf.

Die Dispositionen des Kurfürsten schlössen sich eng an das mögliche Verhaltendes Feindes an. Dieses konnte dreierlei Art sein: Baron Wrangel hätte von Nauen ausüber Börnicke, Staffelde auf Kremmen, oder über Paaren, Perwenitz, Eichstedt aufOranienburg, oder über Tietzow, an Flatow vorbei, über Linum, Hakenberg, Tarnow aufFehrbellin weichen können, und jede dieser Möglichkeiten bedingte für den Kurfürstenandere Entschlüsse.

Die 1500 Reiter fänden auf dem Wege vom Nauener Pass nach Norden die Spurendes Feindes so deutlich, dass sie über die Richtung des Rückzuges nicht in Zweifel seinkonnten. Dieselbe ging von Nauen aus direkt nach Norden auf Tietzow, wie dieUeberreste des eiligen, fast schon fluchtartigen Rückzuges, zerbrochene Wagen, Kürasse,Eisenhüte, weggeworfene Waffen, gefallene Pferde und anderes mehr bekundeten. DerWeg führte damals noch mehr wie jetzt zwischen Busch, Morast und verwachsenemHolze hindurch, durch welches, wie der Kurfürst schreibt, die Nachhut Graf Wrangeis„rechtschaffen durchgejaget ward".

Es mochte etwa sechs Uhr sein, als der Landgraf die Schweden gezwungen hatte,sich zu setzen und unverzüglich veranlasste, dass Graf Promnitz die oben erwähnte Anhöhesofort besetzte. Es waren dieses die zwischen Tietzow und Flatow sicli hinziehendenSandberge.

Trotzdem sich die in Schlachtordnung aufgestellten Schweden in keiner vortheil-haften Situation befanden, so wollte doch der Kurfürst dieselben nicht vom Landgrafenangreifen lassen, bevor er im stände wäre, ihn gut zu unterstützen; denn die Artilleriesowohl als das Gros der Truppen hatten kaum den schmalen Damm passirt und konntenbei der Enge und Schlechtigkeit der Wege nicht hinreichend schnell folgen.

Inzwischen hatten die Schweden ihre Stellung verlassen, und unaufhörlich vomLandgrafen gedrängt, zog Baron von Wrangel sich bald zurück, bald stellte er sich in