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delogiren; aber immerliin wäre es ein gewagtes, vielleicht unausführbares Unternehmengewesen, unter den Augen des Feindes zu debouchiren. So erging der Befehl, dass dieausserordentlich angegriffenen Truppen sich in und hinter die Stadt zurückziehen unddort campiren sollten.
Die Schweden hatten auf einem Rückzüge an 2000 Stück Hauptvieh verloren.
Inzwischen drängte das Eintreffen der Nachricht, dass der Feldherr GrafWrangel sich von Havelberg auf Ruppin gewendet habe (sie erwies sich später alsfalsch), zu einem Entschluss. Kam jener von Norden her über Fehrbellin seinem be-drängten Heere zu Hilfe, so waren die bisher von den Brandenburgern gemachten An-strengungen nutzlos. Deshalb entschloss sich der Kurfürst zu einem bei der geringenStärke seines Heeres gewagten Schritt: „er wollte, bevor jener herankam, die Schwedenzwischen zwei Feuer nehmen" und ertheilte dem General Liideke den Auftrag, „eineStunde Weges östlich von Nauen einen nicht jedem bekannten Punkt zu suchen, wo an-statt des Sumpfes Wasser war, r J dort mit seinen 1200 Pferden zu passiren und denSchweden in den Rücken zu fallen".
Indessen lagerten beide Heere, das brandenburgische westlich von Nauen, dasschwedische nordöstlich davon gegen Börnicke zu, und der Kurfürst gab, jetzt freilich zuspät, die Ordre, den Fehrbelliner Pass zu besetzen, „doch dafern es noch sein könne".
Eben kam von dorther der Oberstlieutenant Henning, der unter Verlust vonnur zehn Reitern dem schwedischen Detachement etwa sechzig Mann getödtet. hatte,nach Nauen zurück. Vielleicht wäre sein Ausharren auf dem freilich sehr exponirtenPosten bei dem entscheidenden Kampfe tags darauf für die Schweden verhängnissvollgeworden.
Der dreitägige Feldzug vom 15. bis 17. Juni hatte unerwartete Resultate gehabt:ein wohl ausgeruhtes, aus allen Waffengattungen bestehendes Heer, mit Geschütz reichlichausgestattet, war durch eine halb so starke, nur aus Reitern bestehende Truppe aus einerschwer angreifbaren Stellung geworfen, war flüchtig dahingescheucht und hatte in diesendrei Tagen 600 Mann an Todten und mehr als 600 Mann an Gefangenen eingebüsst.
Die Schweden, an der Brücke über den Rliinfluss angekommen, mussten noch vordiesem Defile stehen bleiben, weil die Artillerie und der Tross, unrichtig geführt, da-selbst noch nicht eingetroffen waren.
Der Kurfürst liess, als er die Schweden erreicht hatte, gleichfalls halten underwartete seine Reserven.
Am Abend des 17. Juni hatten sich beide Heere auf Kanonenschussweite gegen-über gestanden; zum Morgen erwartete man den Beginn der Schlacht. Allein als beimGrauen des Tages um drei Uhr die brandenburgischen Vorposten nach dem Feinde aus-schauen, ist derselbe verschwunden, sei es, dass er von der ihm durch General Lüdekedrohenden Umgehung gehört, sei es, dass andere Umstände ihn zu beschleunigterem Rück-gänge bewogen, als die unbehinderte Abführung seines Trains räthlich machte.
!) Die Lage dieses Punktes östlich von Nauen gegen den Briselank zu ergiebt sich aus dem Umstände, dass an diesem Tage derrechte Flügel die Vorhut hatte, ausserdem nördlich und westlich Nauens sich wohl das morastische Luch, nicht aber passirbares „Wasser"findet.