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1 (1887)
Seite
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denen der Kurfürst in der Hoffnung, den Feind zum Stehen zu bringen „so gut er konnte",in demselben Tempo folgte, zuerst bis nach der Klinkmühle. Diese liegt an einem durchFliesse verbundenen Seenzuge, der bei Brandenburg in die Havel mündet. Die Niederungzwischen den jetzt sogenannten Seen von Behnitz und Riewendt, damals ein zusammen-hängendes Becken, ist nur auf dem von der Klinkmühle nach Gohlitz führenden Dammzu überschreiten.

An diesem äusserst günstigen Punkte hatten die Schweden Posto gefasst, zur Er-höhung der Yertheidigungsfähigkeit an dem Nordende des Riewendt-Sees eine Redouteaufgeworfen und mit Geschützen armirt, aber nach Ankunft der brandenburgischen Avant-garde die Mühle niedergebrannt, die Brücke zerstört, die Geschütze in den See geworfenund den Rückzug nach des Kurfürsten eigenen Worten „verwirrt und ängstlich" fort-gesetzt.

Lüdeke folgte, und nachdem unterwegs viele Versprengte niedergemacht worden,meldete er eine Stunde später, dass er vor Nauen angekommen sei, dass der Feind mitdem grössten Theil seines Heeres den hinter dieser Stadt über einen breiten Flusslauf(Muhre oder Mühlenwasser) führenden Damm passirt habe, die Thore des Ortes ver-schlossen halte und auf jeden Versuch der Annäherung mit Kanonen und Musketen feuere;„er bäte Seine Durchlaucht, ihm Dragoner zu senden, um die Stadt einzunehmen". DerKurfürst sandte diese sofort, ordnete auch an, dass man sogleich Geschütz vorziehe, underneuerte den Befehl an Lüdeke, „den Feind zu schlagen, wo er ihn fände", und in Er-wartung der Schlacht trug er dem Kammerjunker von Buch auf, „er solle ihn in derSchlacht nicht verlassen, sondern immer bei seiner Person sein".

Es waren dieses die Schweden unter Generallieutenant Wolmar Baron vonWrangel, welche sich auf dem Rückzüge nach Fehrbellin befanden und hierbei Nauenbesetzt hatten. Bei diesem unbedeutenden Scharmützel hielten sich die schwedischen Ge-nerale, meist aus Kampfbegier, bei der Avantgarde auf, vernachlässigten aber hierbei,ihre Truppen der General-Idee gemäss zu führen. Dieser zufolge sollte der Rückzug-eiligst nach Fehrbellin fortgesetzt werden, um die Rhinbrücke zu erreichen.

Bevor indessen Geschütze und Dragoner herankamen, hatte Oberstlieutenantvon Sydow mit seinen 200 Pferden die aus 1000 Kürassieren bestehende Nachhut desFeindes über den Haufen geworfen, worauf dann die Besetzung Nauens, ein Bataillon In-fanterie, wiederum zu frühzeitig, die Stadt aufgegeben und sich Hals über Kopf grössten-theils über den Damm gerettet hatte; der nicht unbedeutende Rest wurde von den nach-drängenden Brandenburgern niedergehauen.

Der Pass aber, ausser der abgebrochenen Brücke ein langhingestreckter Stein-damm, war so schmal, dass nur drei Reiter nebeneinander ihn zu passiven vermochten; denrechts und links befindlichen, selbst für Fussgänger undurchdringlichen Morast vermochtedie brandenburgische Vorhut nicht zu nehmen. Die Schweden hatten jenseits eine Schanzeaufgeworfen und sich da hin ter in voller Schlachtordnung entfaltet, den Ausgang desDammes selbst mit Kanonen besetzt, die diesen bestreichend jeden Versuch Lüdekesblutig zurückwiesen. Zwar gelang es Derfflinger, die Brücke angesichts des Feindesherzustellen und durch drei geschickt aufgestellte Geschütze die feindliche Artillerie zu

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