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1 (1887)
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weit hinter sich lassen, man wollte seine Genesung abwarten, und damit während dessendie Truppen die nöthige Zufuhr an Lebensmitteln erhalten konnten, wurden sie in nochweitläufigere Quartiere verlegt. >So gingen denn Wochen verloren für den wichtigenElbübergang und gerade zu einer Zeit, wo jeder Tag kostbar war.

Endlich kam der Reichsfeldherr, noch krank und in einer Sänfte getragen, am9. Juni in Neuruppin an, verbot sofort aufs strengste alles Plündern und ordnete unver-züglich grössere Recognoscirungen gegen Magdeburg an, da soeben die Nachricht ein-gegangen, dass der Kurfürst bereits auf dem Heimmarsche begriffen sei.

Den 11. Juni verliess er Neuruppin und begab sich zum Regiment Dalekarlien,welches bei ihm im Quartier gelegen hatte, nach Havelberg, während er den bestimmtenBefehl an seinen Bruder sandte, „die Infanterie und Cavallerie über die Brücke vonRathenow sogleich zu ihm stossen und alle Yorräthe mitführen zu lassen".

Am 13. Juni liess der Reichsfeldherr von Havelberg ans bei Werben, zwei StundenWeges davon, recognosciren, um den geeignetsten Punkt zum Brückenschlag zu bestimmen.

In einem Briefe des französischen Bevollmächtigten Vitry 1 ), der das Heer begleitete,vom 15. d. d. Havelberg, heisst es:

„Uebermorgen wird das Eussvolk erwartet und dann der Angriff am Fluss ge-schehen, falls dieser vertheidigt wird, aber es stehen dort nur einige Hundert Bauern."

„Uebermorgen beginnt die Arbeit an der Brücke und zu Ende der Woche wirddie ganze Armee über die Elbe gegangen sein. Des Feldherrn Plan ist dann, über dieschöne Ebene um Halberstadt gerade auf den Kurfürsten los zu gehen und ihn zu schla-gen, wenn er Stand zu halten wagt, was nicht anzunehmen ist, nachdem der Feldherrmit den hannoverschen Truppen sich vereinigt, was gleich nach dem Flussübergange ge-schehen wird."

Der oben angeführte Befehl des Reichsfeldherrn hinsichtlich der Bewegung derInfanterie kam nie zur Ausführung. Statt dessen lief die Nachricht ein, „dass Oberst vonWangelin, welcher mit einem Regiment Dragoner bei Rathenow stand, überrascht undvom Kurfürsten bereits geschlagen worden sei".

Der Kurfürst war nämlich mit grossen Tagemärschen in sein Land zurückgeeiltund hielt sein Erscheinen möglichst geheim. In Magdeburg setzte er sein Fussvolk aufWagen und marschirte nun so eilig, dass er den 15. Juni 3 Ulm morgens die Schwedenin Rathenow noch ganz sorglos fand. Nach einer tapferen Gegenwehr ward das Regimenttheils niedergehauen, theils gefangen genommen.

Die schwedische Linie war nun so durchbrochen und die Vereinigung auf demlinken Ufer der Havel unmöglich. Der Reichsfeldherr, welcher sicli an einem nicht festenOrte ohne Munition befand, gab nun Befehl, dass die Munition auf dem Wege über Fehr-bellin zu ihm stossen solle, und er selbst brach am 16. Juni nach Neustadt auf, umsie in Empfang zu nehmen.

Als der Feldherr indessen schon Feinde bei Felmbellin antraf, zog er sich nochweiter bis Wittstock zurück.

i) Als hauptsächlichste Quelle über alle diese und folgenden Begebenheiten hat eine Art Tagebuch dieses eben genannten Be-vollmächtigten gedient, der sich im Hauptquartier befand und von hier ans mehrere Berichte einschickte.