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1 (1887)
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iibermüthig und der Gegenstand des Neides für viele. Mardefeld ferner kam sogar in denVerdacht, im Einverständniss mit dem Feinde zu stehen.

Die Folge davon war, dass sich in der Leitung des Ganzen keine Kraft bemerk-bar machen konnte. Die Beschlüsse für die Bewegungen der Armee wurden langsamergefasst und ohne die erforderliche Raschheit und Umsicht ausgeführt.

„Der schwedische Reichsfeldherr Graf Wrangel", so wird erzählt, „war ein vor-trefflicher Herr, dem keiner unter allen Obersten, die bei diesem Kriege thätig seinsollten, mit Recht vorzuziehen war; auch nahm er seinen guten Namen wohl in acht,dessen Unsterblichkeit er nach seinem Leibspruche wünschte."

Seinen Feldzugsplan passte er nun den Forderungen des französischen Gesandten,„sich vorerst mit dem Kurfürsten von Hannover zu vereinigen", an. Zu diesem Zweckewaren seine Truppen von Stettin aus in die Mark Brandenburg eingebrochen und gingenim Frühling 1675 über die Havel. Oranienburg wurde genommen und ging in Flammenauf. Die schwedischen Reiter streiften sogar bis nahe an Berlin heran und machten reicheBeute. Allerdings hätten die brandenburgischen Truppen diese schwachen Abtheilungenam Defile bei Fehrbellin leicht einige Tage aufhalten können; indess sie zogen sichohne Kampf beim Herannahen der Feinde zurück, so mächtig wirkte noch das frühereAnsehen der schwedischen Truppen, obgleich ihr jetziger Zustand das nicht mein recht-fertigte.

Der Reichsfeldherr, welcher am 26. Mai von Stettin aufgebrochen war, um derArmee zu folgen, kam nicht weiter als bis nach Neubrandenburg, wo er wieder einenschweren Gichtanfall bekam, der ihn zehn Tage ans Bett fesselte. Auch General Marde-feld erkrankte so schwer, dass man au seiner Genesung zweifelte; so ging der höchsteBefehl an den Generallieutenant Woldemar Baron von Wrangel (VI 12) über.

Nun brach bald Uneinigkeit unter den Generalen aus, durch welche das Band derKriegszucht immer mein gelöst wurde; der Soldat plünderte dabei ganz gewaltig. Baldwar das Land ausgesogen und die Einwohner zu offenem Widerstand gereizt.

Hierauf bemächtigten sich die Schweden der an der Havel gelegenen StädteRathenow, Brandenburg, Havelberg etc., peinigten auf dem Lande die Leute, richtetenhin und beraubten die Kirchen dergestalt, dass der kranke Reichsfeldherr Graf Wrangelselbst in einem an seinen Stiefbruder, den Generallieutenant Woldemar Baron vonWrangel abgelassenen und dann von einer brandenburgischen Partei aufgefangenenSchreiben eingestand, „dass seit Menschengedenken, und so lange er ein Soldat sei, der-gleichen Verfahren unter Christen nicht wäre erhöret worden".

Inzwischen schrieb der Reichsfeldherr an den König nach dem Uebergange derTruppen über die Havel: „Dass er sich nunmehr auch des Uebergangs über die Elbe ver-sichern wolle, dass ferner der Kurfürst noch nicht bereit sei zurückzukommen und ersomit hoffen könne, zwischen ihm und dem kaiserlichen Heere in Schlesien sich einzu-schieben, wodurch ihre Vereinigung erschwert würde und die Möglichkeit entstände, einenoder den anderen energisch anzufallen."

Doch die Ausführung entsprach nicht diesem kühnen Plane. Die Generale wolltenden kranken Feldherrn unter so geringer Bedeckung in einem feindlichen Lande nicht so