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1 (1887)
Seite
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Ebenso drückte sich Johann Gyldenstjerna aus. konnte aber nicht in Abredestellen, dass alles auf den Krieg gerichtet sei; von den Befehlen aber, welche GrafWrangel erhalten, wüsste niemand anders als der König und de la Gardie; die Reichs-rätlie wurden befragt: ob der Kiieg wider Erwarten ausbrechen und Schweden dadurchin Schaden und Noth gerathen sollte; in diesem Falle könnte Graf de la Gardie leichtseinen Kopf verlieren, besonders wenn Dänemark und Russland Krieg anfingen.

Die drei Parteien in Schweden — die von Brahe, de la Gardie und Graf Wrangei-stritten noch immer, wohin man die Waffen kehren sollte. Ende 1674 wollte manganz in Uebereinstimmung mit Wrang eis Wünschen und Rathschlägen den Feldmar-schall gegen Holstein marschiren lassen, um vorerst Dänemark unschädlich zu machen;diess hintertrieb jedoch der französische Gesandte. Der französische Einfluss und diePartei ,.de la Gardie" trugen den Sieg davon und Graf Wrangel erhielt am 19. De-cember 1674 den bestimmten Befehl, mit 16 000 Mann in das brandenburgischePommern einzufallen, während der Kurfürst sich mit seiner Streitmacht noch imElsass befand.

Graf Wrangel hatte innerhalb sechs Tagen sechs verschiedene Befehle erhalten,welche den Einfall geboten und verboten. Der letzte ging dahin, dass die Armee beiPasewalk zusammen gezogen werden sollte. Auch waren schon einige Regimenter ausdem Bremensclien durch Mecklenburg ohne die geringste Kriegserklärung in die Uker-mark eingedrungen.

Darüber beschwerte sich der Statthalter in der Mark, Johann Georg Fürst vonAnhalt, durch Hasso Adam von Wedel bei dem schwedischen Feldherrn und bat ihn,dieses abzuändern, indem er glaube, es wäre ohne Wrangeis Befehl geschehen, dennBrandenburg habe der Krone Schweden keine Ursache zu solchem Vorgehen gegeben.Allein bald darauf am 27. December ward die Mark von der ganzen schwedischen Armeeüberschwemmt.

Graf Wrangel litt hierbei unendlich. Alle Grausamkeiten, die uer schwedischeSoldat verübte, wurden ihm zugerechnet, weil er nicht bestrafte. Man sagte, es wärenin einer kurzen Zeit 7000 Einwohner aus der Mark nach Polen geflohen, um den Räu-bereien und Unmenschlichkeiten des hungrigen Feindes zu entgehen.

Der Zustand des Heeres war der Spiegel der schwankenden Entschlüsse des jungenKönigs Carl XI. und der Vernachlässigung, welche hierdurch seit längerer Zeit in derKriegsverwaltung herrschend gewesen war.

Carl Gustav Graf Wrangel, bereits in den sechziger Jahren und infolge derfortwährenden Kriegsstrapazen sehr an Gicht und Podagra leidend, war meistens bett-lägerig und bereits ein hinfälliger Greis geworden. Nun hatte man, um ihn in seinem Alterund in seiner Krä nkli chkeit zu unterstützen, Helmfeld und Otto Wilhelm Graf Künigs-marck ihm als Unterbefehlshaber zuertheilen wollen; indess Helmfeld dankte entschiedenfür das Conimando, und Königsmarck, der immer noch als Fremdling betrachtet und vonvielen gehasst wurde, wollte die Stellung ebenfalls nicht annehmen. V on den anderenGeneralen war Baron Woldemar von Wrangel (VT 12) tapfer, aber jung, unerfahren,