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1 (1887)
Seite
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„Im Jahre 1667 kam der Graf Wrangel mit einer ansehnlichen Suite den15. Mai gen Oldenburg, den Herrn Grafen Anton Günther in seinem hohen Alternoch einmal zu sehen. — Es wurde derselbe nebst bei sich habenden Herrn GrafenKönigsmarck, Herrn Hof-Marschall Gustav Horn und anderen mitgebrachten Cavalierendurch den Grafen von Mörsburg und Grafen Anton mit den dasigen Edel- und Hofleuten,denen 130 Pferde folgten, wie auch hernach durch die fürstliche Frau Gemalilin undbeihabende Gräfliche und Freiherrliche Fräulein, des Herrn Reichsfeldherrn Frau Gemahlin,die Frau Gräfin Königsmarck sanunt bei sich habenden Fräulein und anderen Frauen-zimmern, in sechs Karossen und einigen Kaleschen sehr prächtig eingeholet, herrlichtractirt, acht Tage lang mit allerhand angenehmen Ergötzlichkeiten unterhalten, auf derJagd erlustiret, und mit sieben Stücken hochschätzbaren Tigerpferden zum Gespannbeschenket." —

Einen ähnlichen Empfang bereitete der Feldherr Graf Wrangel der auf ihrerKeise von Kopenhagen nach Cassel begriffenen Landgräfin von Hessen-Cassel in Hamburgund Stade und auf seinem eigenen Schloss Bremervörde im Juni.

Als die Verhandlungen mit Bremen ihr Ende erreicht, fand am 9. (19.) Juli dieHuldigung in Bremen statL Bei dieser Feierlichkeit nahm unser Reichsfeldherr GrafWrangel eine hervorragende Stellung ein. Schon mehrere Tage vorher hatte er seinenHofmarschall Freudenau und zwei Tage hierauf auch seinen Genei'al-Adjutanten Luter-mann nach Bremen vorausgeschickt, um alles vorzubereiten, während er selbst vor-läufig noch in Leese blieb.

Bei den ganzen Feierlichkeiten zeigte sich Graf Wrangel gegen die Bürger-meister, die Herren des Raths und die Stadt-Aeltesten so freundlich, dass er ihre Liebeerwarb und niemand zweifelte, dass dieses zwischen der Krone Schweden und der StadtBremen gestiftete gute Vertrauen würde beständig sein.

Am 13. (23.) Juli verliess der Reichsfeldherr in demselben festlichen AufzugeBremen, mit welchem er eingezogen war; hierbei ritt er einen schönen, wohl ausgestattetenFuchs „mit langen Mähnen und Schweif".

Gegen Ende des Monats war er in Hamburg und reiste am 12. (22.) August vonStettin aus nach Schweden zurück. Vor seiner Abreise wurde ihm zu Ehren ein Ab-schiedsschmaus gegeben, bei welchem sich die Landstände und die Abgeordneten derStädte betheiligten, welche ihm zwei grosse eiförmige Becher aus reinem Gold über-reichten, die auf 4000 Reichsthaler geschätzt wurden. Die Ueberfahrt erfolgte auf demwohlausgerüsteten und prächtigen Schiff „Wrangel", welches 60 Kanonen und in deruntersten Lage mehrere halbe Kartaunen führte. Beim Lichten der Anker wurden wiebei fürstlichen Personen die groben Geschütze gelöst.

Bis zum Jahre 1671 scheint sich unser Reichsfeldherr vom öffentlichen Lebenzurückgezogen zu haben; denn erst im genannten Jahre wird seiner wieder Erwähnunggethan und zwar bei den Festlichkeiten, die aus Anlass des feierlichen Einzuges desjungen Königs Carl XI. in Stockholm und dessen Introduction im hohen Rath gegebenwurden. Auch zeigt sich seine Thätigkeit noch in einzelnen dienstlichen Veranlassungen,namentlich in seiner Eigenschaft als Generalgouverneur von Pommern. Erst im