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Demungeachtet dauerten die Streitigkeiten mit Bremen fort, und wenngleich auch(traf Wrangel die Stadt selbst von einer naheliegenden Höhe recognoscirte und seinenAdjutanten Lutermann, einen geborenen Bremer, nach Bremen zur Ausforschung der Ge-sinnung der Stadt beurlaubte, so konnte er dennoch nur die Zusicherung erreichen, dassdie Stadt Deputirte nach Stade schicken würde.
Infolge dessen begab sich denn auch Graf Wrangel am 19. Februar (1. März) mitstattlicher Suite, seinen Generalen und seinem Generalstab dorthin, ertheilte dann mehrerenfremden Gesandten Audienzen, während er die Bremer Abgeordneten nur durch seinenAdjutanten empfangen liess.
Am 20. Februar (2. März) wird nun diesen Herren ganz unumwunden eröffnet:
1. Bremen solle seine unrechtmässig angemasste Reichs-Immedietät ohne weiteresaufgeben,
2. es solle als Landstadt bestimmt zu Schweden halten,
3. solle es wenigstens theilweis schwedische Garnison aufnehmen, — etc., etc.,und wenn Bremen hierauf nicht unbedingt eingehen werde, so würde es durch Waffen-gewalt dazu gezwungen werden.
Die Bremer Abgeordneten konnten, in ihrer Bestürzung darauf natürlich nur aus-weichende Antworten geben.
Mittlerweile kamen zum Reichsfeldherrn nach Stade Abgesandte von Lüneburg-Celle, Osnabrück und Oldenburg; letztere brachten ein schönes Gespann Schimmel zumGeschenk für Graf Wrangel mit, wohl aus Dankbarkeit, dafür, dass dem Grafen vonOldenburg auf seine im Februar schon vorgetragenen Bitten eine vollständige Neutralitätzugesichert worden war. Uebrigens wurden sämmtliche Abgesandte grossartig aufge-nommen, bewirthet und, wie die Chronik wörtlich sagt, „allemal mit einem gutenRäuschchen versehen 1 '.
Infolge einer abermaligen kleinen Recognoscirung gegen Bremen fangen die Bürgerder Stadt doch an, den Ernst der Verhältnisse zu erkennen, und es wird von ihnen nunbeschlossen, sich auf die kräftigste Gegenwehr zu rüsten; zu dem Ende lassen sie sämmt-liche Ziegelhäuser vor der Stadt niederreissen und errichten 21 neue Bürgerfahnen, jedezu 300 Mann, neben den bereits angeworbenen Mannschaften. Als Graf Wrangel denMagistrat über diese kriegerischen Vorbereitungen zur Erklärung auffordern lässt, erhälter nur durchaus nichtssagende Entschuldigungsgründe.
Die Zeit vergeht durch Bremens andauernde ausweichende Antworten, und selbstdie Ansuchen Bremens bei den General-Staaten und endlich bei Brandenburg, die Ver-mittelung zu übernehmen, bleiben erfolglos, bis denn endlich am 21. (31.) August Bremenfeierlich erklärt, „dass es seinen Reichstitel mit Gut und Blut vertheidigen werde". Be-reits während der Abwesenheit Graf Wrangeis in Hamburg zur Begriissung der Kö-nigin Christine hatte der schwedische Oberst Koch durch drei Soldaten das unbewachtebreimensche Wachtschiff am 5. (15.) August fortnehmen lassen.
Am 22. August (1. September) durchstachen die Bremer die Dämme, um dieSchweden von ihren Viehweiden abzuhalten, und begannen am 29. August (8. September)