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Gegen diese Zumuthung erhob sicli der Reichstag, und mit noch nie dagewesenerEinstimmigkeit wurde am 13. (23.) Mai 1664 Carl Gustav Graf Wrangel zu Salmiszum Reichsfeldherrn erwählt und proklamirt.
x Im Jahre 1665 kam der nunmehrige Reichsfeldherr wieder zu den Sitzungen desReichsraths nach Stockholm und am 4. (14.) October reiste er mit seiner ganzen Suiteaus Schweden nach Daler-Haven, woselbst zwei königliche Schiffe auf ihn warteten.
Die schwedische Regierung scheint um diese Zeit sowohl durch innere als durchpolitische Gründe bewogen worden zu sein, wiederum das Schwert ziehen zu wollen.Indess der Reichstag war durchaus unentschlossen, mit wem er sich verbünden und gegenwen er Krieg führen sollte. Unterhandlungeil wurden gepflogen mit England und demi hm feindlichen Frankreich; bald soll Polen, bald Dänemark, bald Holland angegriffenwerden, deshalb erhält auch Graf Wrangel als Reichsfeldherr mehrfach widersprechendeInstructionen, so im Januar, dann im Februar und am 4. Mai; bald soll er gegen Bremenrücken, dann wieder abwarten, dann nach Pommern gehen etc.
Nur hieraus kann man sich das langsame Vorgehen und die Unterhandlungenmit Bremen im Jahre 1666 erklären.
Auf sein dringendes Ansuchen erhielt er endlich im Juli 1666 die Erlaubniss,weiter gegen Bremen vorzugehen. Bald hindern aber geänderte Befehle aus Stockholmseine energischen Absichten nnd führen schliesslich zu resultatlosen Vergleichen.
Wir theilen einen grösseren Theil der Berichte über diese Zeit aus den Chronikenwörtlich mit, da sie viele militärisch interessante Details geben und auch manche originelleBilder aus dem Leben jener Zeit uns vorführen:
„Nachdem die Krone Schweden eine Zeithero sich stark armiret, brach der Reichs-feldherr, Graf Carl Gustav Wrangel, mit der im verwichenen Jahre im HerzogthumPommern gelegenen, wohl montirten und meist gewaffneten Cavallerie, unter Commandodes Generalmajors Ascheberg, und der Infanterie, samrnt der dazu gehörigen Artillerieunter dem Obersten von der Wiek und Grotthausen, von Wolgast den 10. (20.) Januarauf, und ward der Zug in drei Theilen durch Mecklenburg nach der Elbe zu nehmen,angeordnet."
„Als 1. der Herr Reichsfeldherr ging mit dem ganzen Generalstabe und des HerrnBaron Woldemar Wrangeis (VI 12) Regiment mit dem Regimentsstab (850 Pferden)sammt des Herrn Reichsfeldherrn Dragonern (250 Mann stark) über Tribbesee gegenGüstrau, all wohin Seine Fürstliche Durchlaucht der Herzog Seine Hochgräfliche Excellenzzu gastiren hatte einladen lassen, wollte hernach jenseits Wismar mit Seiner Excellenz demHerrn Generalfeldmarschall Graf Dohna nebst bei sich habenden Völkern, sich conjungiren,nachher zusammen über die Elbe setzen und mit dem Herrn Generallieutenant Ahren-schild und Herrn Generalmajor Grafen Königsmarck, sammt denen im Stift Bremen aufetliche tausend Mann gerechneten deutschen Völker und denen daselbst fertig stehendenStücken, sich gleichfalls zusammen ziehen."
„2. Der Herr Generalmajor Ascheberg nahm seinen Weg über Pasewalk und Neu-brandenburg, mit des Oberst Rochs Regiment, 6 Compagnien, 650 Pferde stark."