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Polen die Umgegend am 20. (30.) October verliesseh, entsandte er schon am 21. Octoberden General Andersen mit Truppen über Greifswald nach Wolgast, um dem bedrängtenStettin zu helfen; er selbst folgte bald zu Wasser nach.
Schon in der Nacht zum 22. October liess der Keiclis-Admiral Graf Wrangel ander Wolgaster Fähre einige 100 Knechte übersetzen, welche den dortigen Posten über-rumpelten; am 25. October nahm er die Swine-Schanze auf Usedom, wobei über 200 Bran-denburger gefangen wurden.
Die Alliirten vor Stettin, welche von Graf Wrangeis Ankunft und von seinem An-marsch noch immer nichts erfahren hatten, bombardirten unterdessen die Festung unablässig;namentlich heftig war diese Beschiessung noch am 28. und 29. October. — Mittler-weile hat Graf Wrangel rasch die ganze Insel Usedom erobert, ist aber trotzdem vielzu schwach, um direkt als Entsatz dem Feinde entgegen treten zu können.
Der Reichs-Admiral beobachtete daher das Haff und wartete die fiigliche Gelegen-heit ab, um etliche hundert Mann von den Seinigen zu Schiff auf der Oder in Stettinzu landen. — Als er von dem Generallieutenant Würzen über die Beschaffenheit deralliirten Lager Nachricht erhalten, liess er 1000 Pferde und 600 Mann Fusssoldaten die Oderhinauffahren. Sie kamen alle glücklich in die Stadt Stettin hinein, da die Alliirten dieFahrzeuge für Fischerschiffe gehalten, auch sonst in ihrem Lager sich für zu sicher hielten,und den Schweden den Pass zur See offen gelassen. Alle diese Fehler mussten dieAlliirten schwer entgelten.
Sobald diese Verstärkung angelangt war, machte auch der GenerallieutenantWürzen am 2. (12.) November sofort einen ganz energischen Ausfall, vernagelte demFeinde sämmtliches Geschütz und brachte ihm ausserdem einen Verlust von 300 Mannbei. — Am 3. (13.) November schickte er schon um 5 Uhr früh einige zwanzig Kähnenach Curau, dreiviertel Meile oberhalb Stettin, wo das Proviant- und Munitions-Magazin derVerbündeten lag; dasselbe wurde auch überfallen und genommen, wodurch dem Feinde einganz unersetzlicher Schaden beigebracht ward.
Durch diese beiden kühnen Unternehmungen wurden die Belagerer so entmuthigt,dass sie nachts 12 Uhr ihre sämmtlichen Geschütze abfahren und somit am 4. (14.) No-vember die bereits sechs Wochen währende Belagerung ganz auflieben und weiter zurück-gehend Winterquartiere beziehen, nachdem noch der Kurfürst in Kammin, Wollin, Damm,Demmin und einigen sonstigen Schanzen Garnisonen zurückgelassen hatte.
Mit Beginn des Jahres 1660 wurden die Friedensunterhandlungen eifrig fortgesetzt.Während derselben starb der König Carl Gustav ganz unerwartet am 13. (23.) Fe-bruar zu Gothenburg. Bis zum Abschluss des Friedens fanden noch mehrere kleineScharmützel in Pommern, Mecklenburg und auf den Inseln statt, meist mit wechselndemErfolge. Ebenso harcelirten sich einige Abtheilungen auch auf Seeland, woselbst dieSchweden noch immer im verschanzten Lager vor Kopenhagen standen.
Endlich am 23. April (3. Mai) erfolgte der Friedensschluss zu Oliva, durchwelchen Schweden ganz Rügen erhält, dagegen die von ihn}-'besetzten dänischen Inselnan Dänemark zuriickgiebt.