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1 (1887)
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Unterdessen bestiegen die Knechte die Bastions, und zwar obwohl die in der Be-satzung ein Bollwerk nach dem andern suchten zu disputiren, mit beherzter Gegenwehr,so gingen doch des ungeacht, des Herrn Marschalls Grafen Wrangeis Leute mit einersolchen tapferen Resolution auf jene los, dass sie einen Posten nach dem anderen quit-tiren mussten."

Der Generallieutenant Graf Jacob de la Gardie drang auch mit seiner bei sichhabenden Brigade auf die ihm vorgesetzten Bastions ein, dass also die Besatzung auchan diesem Orte endlich weichen, und was in der Furie nicht erlegt war, sich gefangengeben musste. Allein die Reiter sammt den 200 commandirten Musketieren die dritteAngriffscolonne fanden auf ihrem Posten dem Thor zu, wo sie anliefen, den härtestenStand, sintemal ihnen grösserer Widerstand geschähe, als man gemeint hatte; dochmussten die drinnen, weil sie nicht abweichen wollten, letzlich den Posten verlassen, wie-wohl es, weil der Petardier so das Thor öffnen sollte, verwundet ward, etwas langsamherging, ehe die Pforte aufgethan und dem Generalmajor Berens der Weg hereinzubrechengebahnt wurde."

Also ward die weitberufene und mit sieben Bollwerken versehene, neu fortificirteStadt Friedricksöde sammt der ganzen Besatzung, auf 5000 Mann geschätzt, in gar kurzerZeit und durch einen einzigen Sturm erobert und in königlich schwedischen Gehorsamgebracht etc. . . ."

Der Commandant Reichsmarschall Bille wollte sich allerdings noch in der Citadelleernstlich vertheidigen, musste sich aber auch bald ergeben und starb gleich darauf anden Folgen seiner im Kampfe erhaltenen beiden Kopfwunden.

Der Marschall Graf Wrangel lobt in seinem Gefechtsberichte an den König dengrossen Muth der Truppen beim Sturm. In Wismar wurde am 1. (11.) November vomKönige ein grosses Dankfest veranstaltet.

Es wurden gefangen: 6 Oberstlieutenants, 8 Majore, 26 Kapitäns, 27 Lieutenants,26 Fähnriche, 2 Ingenieure, 56 Unteroffiziere, 4 Stückjunker, 1J Constäbler und 2000 Ge-meine. Ferner erbeutete man 33 Fahnen 1 ) und ein sehr reichhaltiges Kriegsmaterial.

Die Schweden hatten folgende Verluste: todt 12 Offiziere und 63 Mann, gequetscht22 Offiziere und 168 Mann, in Summa 34 Offiziere und 231 Mann. Bald darauf wurdenauch noch zwei dänische Schiffe bei Middelfahrt genommen.

Nachdem ferner die Insel Alsen ohne Schwierigkeit erobert und Schloss Sonderburgmit 200 Mann besetzt worden war, blieb den Dänen nur noch Firnen übrig, währenddas ganze Festland von denselben geräumt war. Nunmehr bot man schwedischerseitsUnterhandlungen an, die jedoch von den Dänen nicht acceptirt wurden.

Zur anderweitigen Bestimmung über die ferneren Operationen berief der Königzum 9. (19.) Januar einen Kriegsrath nach Kiel, zu dem auch der nunmehr zum Reichs-Admiral ernannte Carl Gustav Graf Wrangel beschieden wurde. Man entschloss sichzu einem Winterfeldzug und wählte Fünen als Angriffsobject, da die grosse Kälte selbstdie See mit einer Eisdecke belegt hatte.

i) Von diesen Falinen befinden .sicli in der Bittorholms-Ivirclie in Stockholm eine dänische Fahne und eine dänische Standarteaufgehängt.