jetzt. — Er drang damals mit seiner Ansicht nicht durch; doch bald nach Beginn desKrieges mit Polen sah man ein, wie richtig dieselbe gewesen war, und musste sich nunentscliliessen, zwei Kriege auf einmal zu führen.
Beim Ausbruch des Krieges wider Polen commandirte Carl Gustav Graf Wrangeldie Flotte, mit welcher er am 9. Juli die Truppen des Königs nach Deutschland hinüber-führte und sich in die Putziger Bucht legen musste, um die Danziger auf die schwedischeSeite zu ziehen. Er hatte auch Befehl, von denjenigen Schiffen, die zu Danzig ein- undausliefen, einen massigen Zoll zu fordern. In der Tliat verfuhr man mit den Danzigernsehr gelinde, um zwischen Rath und Bürgerschaft Uneinigkeit zu erwecken. Allein derKönig hatte von diesem Zolle nicht den Nutzen, welchen er erhofft und welchen ehemalsGustav Adolf gehabt hatte;*) denn der Ratli zu Danzig, der dem Könige von Polen, wiees billig, ganz ergeben war, schloss seine Zollkammer und liess kein Schiff in die Stadt,welches den Schweden Zoll bezahlt hatte. Als Graf Wrangel Pautzke (Putzig) anzu-greifen beschlossen und wegen des widrigen Windes seine Soldaten zu spät ausgesetzthatte, schickten die Danziger zur Verstärkung 100 Mann dahin. Graf Wrangeis Vorstel-lungen hiergegen waren fruchtlos. 2 )
Gegen den Winter schickte er die Flotte nach Schweden zurück. Der König aberliess ihn zu sich nach Thorn kommen, weil er sich vorgenommen hatte, den Kurfürsten vonBrandenburg, der damals zu Königsberg war, mit seiner ganzen Macht anzugreifen undzu dem Ende gerade nach Königsberg zu marschiren.
Polen war erobert und Johann Kasimir von Polen nach Oesterreichisch-Schlesiengeflohen.
Als daher der Kurfürst einsah, dass von dieser Seite aus kein Beistand zu erwartensei, die Schweden ihn aber anzugreifen Ernst machten, entschloss er sich, der ungünstigenLage Rechnung zu tragen und die Misshelligkeiten einzustellen. Am 17. Januar 165(isagte er sich durch den Königsberger Vertrag vom polnischen Lehnsverbande los, öffneteseine Häfen dem Könige von Schweden und erkannte diesen als seinen Lehnsherrn an.
Da ermannten sich indess die Polen rvieder und aller Orten entbrannte der Kampfgegen die Schweden von neuem, die bei ihrer geringen Zahl denselben nicht gewachsenwaren. Der Kurfürst von Brandenburg entschloss sich daher, für den König von Schwedenseine Streitkräfte ins Feld zu fuhren, wenn dieser einer so grossen Leistung entspre-chende Zugeständnisse zu machen bereit wäre. Es kam zwischen beiden Mächten einSchutz- und Trutzbündniss am 25. Juni 1656 zu stände und gleich darauf begann derentscheidende Kampf vor Warschau.
Holen Avir kleine Begebenheiten, wobei Carl Gustav Graf Wrangel betheiligtwar, bis zu dem vorher erzählten Zeitpunkte nach.
Nachdem die Flotte zurückgeschickt war, führt Graf Wrangel wieder die Land-macht an unter dem Pfalzgrafen Adolf Johann. Am 27. April schlug er den PolenanführerCzarnecki bei Gneseri, welcher 15 000 Mann, während Graf Wrangel nur 10 000 Mannbei sich hatte. Das Treffen Avährte von 3 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends. Die Polen
!) Pufendorf, de rebus Car. Gast. 1. II § 18, p. Gfi.2 ) Pufendorf, de rebus Car. Gust. 1. II § 58, p. 92 sq.