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geführt und der Feldmarscliall der Stadt noch zwei alte Stücke geschenkt, verliess der-selbe diese für immer.
Am 6. August 1650 früh '/s 5 Uhr lieferte der schwedische Commandant Nilsondem Rathe die Thorschlüssel auf dem Markte aus, wogegen ihn derselbe mit einem60 Loth schweren Pokal und 2'V a Eimer guten Weines, seine Kinder aber mit einem zuNürnberg gekauften überaus schönen Näh-Trühlein beschenkte. Interessant ist es, was derStadt noch auf den Wällen verblieb: 1 sechspfündige Schlange, 11 vierpfündige Schlangen,1 Rebhuhn, 2 eiserne 1 y, pfündige Schlangen, 1 Adler, 1 eiserne mit Meerwundern ver-sehene Schlange, 1 dreipfündige Schlange, ■ 1 einpfündige Schlange. J )
Aus den verschiedenen Chroniken ist für die nächste Zeit ein zusammenhängendesLebensbild des Feldmarschalls nicht gut zusammenzustellen; bei mehreren Gelegenheitenwird er als mithandelnd aufgeführt, und so wollen wir auf Grund bestimmter Anhalts-punkte kleine Episoden aus dem Leben desselben während der Friedensjahre 1649 bis 1657anzuführen versuchen.
Am 28. Januar 1649 reist von Wrangel mit seiner Gemahlin nach Erfurt zumPfalzgrafen Carl Gustav, welcher sich mit ihm und noch einigen hohen Generalen nachCassel begiebt, um als Generallissimus den Frieden sabschluss aus den Händen der Diplo-maten zu erhalten. Am 10. (20.) Februar 1649 werden sie daselbst festlich empfangenund mit Ballets, Feuerwerk, Wolf- und Schweinsjagden unterhalten, bis sie am 15. (25.)Februar mit gleicher Feierlichkeit aus Cassel abreisen und nach Minden gehen, woOxenstjerna sie erwartet.
Bei diesen Conferenzen kommen denn die widerwärtigsten Streitigkeiten unter denhohen Herren vor.
In Nürnberg veranstaltet man ebenfalls dem Feldmarschall und seiner Familie zuEhren eine Reihe der glänzendsten Feste, welche bei mehrfachen Gelegenheiten auf dasstattlichste erwidert werden. Das am 5. October in dieser Stadt den Gesandten selbstgegebene Banket übertraf an Glanz alles frühere. Der Wein und die Speisen sollen allein(>000 Thaler gekostet haben, und die Schweinfurter Chronik klagt gewaltig über diegrossen Weinfässer und die vielen Wagen voll Hühner etc., welche die Stadt zu solchenFesten habe nach Nürnberg hinüber senden müssen.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Schweinfurt kehrt von Wrangel am 8. Juli.1650 nach Nürnberg zurück, von wo aus er auf ausdrücklichen Befehl der KöniginChristine am 23. Juli mit dem Pfalzgrafen Carl Gustav nach Schweden sich begiebt.
Die Reisenden nahmen den Weg über Bamberg, Erfurt und treffen am 10. Augustin Cassel ein. Ueberall, namentlich in letzterem Orte, werden sie feierlichst empfangenund ihnen zu Ehren grosse Feste arrangirt.
Am 23. September schifften sich die Herren in Wismar ein und am 28. September(8. October) erfolgte dann der prächtige Einzug des Pfalzgrafen Carl Gustav in Stockholm,dem der Feldmarschall beiwohnte. Die gleich darauf folgenden Berathungen werden invon Wrangeis Stadtschloss abgehalten. Bei den im Anfange 1651 ertheilten Gnaden-
J) Die obigen An galten sind einer Chronik von Sclnveinfiirt entnommen.