Ueberhaupt wird den Alliirten ein Ueberschreiten des Inn durch die neugeworbenenkaiserlichen Truppen unter Graf Piccolomini, Herzog von Amalfi, ernstlich verwehrt; der-selbe steht auf dem rechten Ufer mit 20 000 Mann wohl ausgerüsteter Truppen. AuchJohann de Werth ist wieder zum Heere zurückgekehrt, nachdem er sich mit dem Kurfürstenwegen seiner Desertion zu den Kaiserlichen ausgesöhnt hat.
Nach mehrfachen vergeblichen Uebergangsversuchen verliessen von Wrangel undTurenne den Inn und bezogen bei Eggenfelden ein festes Lager, in welchem sie des fort-währenden Kegens wegen fünf Tage liegen blieben.
Den Kaiserlichen waren während dessen in dem ganz ausfouragirten Lande dieMittel zur Verpflegung sein- knapp geworden. Sie überschritten daher bei Vilshofen die Donau,versahen sich auf dem andern Ufer mit Lebensmitteln, zogen gleiclizeitig Cavallerie ausBöhmen an sich, betraten dann das rechte Donau-Ufer bei Schärtingen und setzten sichhier fest. Hiergegen brach nun von Wrangel am 11. (21.) Juni auf in der Absichtdirect an die Donau zu gehen; er rückte auch bis Hirschbergen vor, wendete sich jedochzur Isar um, theils aus Verpflegungsrücksichten, theils aber auch um Bayern noch längerseine strafende Hand fühlen zu lassen und steht am 16. Juni in Dingolfing, wo nun vonden Alliirten ein festes Lager bezogen und die Isarbrücke mit einem festen Brückenkopfeversehen wird.
Die Kaiserlichen unter Piccolomini und die Bayern (jetzt unter Enkevort) folgender Bewegung der Schweden und langen am 19. (29.) Jidi bei Landau an, wo sie sichebenfalls verschanzen und Brücken über die Isar schlagen.
Beide Armeen standen sich somit nahe gegenüber, und es erfolgten viele kleineGefechte, unter denen das am 22. Juli (1. August) vorgefallene besonders zu erwähnenist. Der Feldmarschall von Wrangel ritt an diesem Tage, einem Sonnabend, mitetlichen Escadrons über die Brücke gegen das Schloss Leonsberg zur Kecognoscirungdes kaiserlichen Lagers. Hier traf er im Walde den Feldmarschall-Lieutenant Truck-müller und den Herzog Ulrich von Württemberg mit etwa 1500 Pferden an. Wegen desHolzes konnte nur truppenweise chargirt werden, und so gelang es von Wrangel, denHerzog mit 150 Reitern gefangen zu nehmen und nach Dingolfing zu bringen. DiesesVorfalls wird späterhin bei den Mittheilungen über die Familie des Feldmarschalls noch-mals Erwähnung gethan werden.
Am 28. Juli (7. August) rückte Piccolomini direct gegen das feindliche Lager vorund stellte sich bei Mamming auf. Auch diese Zeit Hüllten nur kleine Gefechte aus, diezum Nachtheil der Kaiserlichen ausfielen. Nur in einem gelang es diesen, eine vorge-schobene Schanze zu nehmen; indess bald führte von Wrangel die Reserven vor undtrieb den Feind wieder mit empfindlichen Verlusten zurück.
Als die Lebensmittel knapp werden, brechen von Wrangel und Turenne am18. (28.) August aus ihrem Lager auf und rücken längs der Isar bis eine Meile vorLandshut; aber schon am 23. August nach Isareck und beziehen am 25. August (4. Sep-tember) ein Lager bei Mosburg, das von Wrangel sofort verschanzen lässt; auch werdenauf dessen Befeld hier zwei mit Brückenköpfen versehene Brücken über die Isar geschla-