sönlich mit der Vorhut, (aus sechs schwedischen und drei französischen Regimentern be-stehend), um die feindliche Stellung zu recognosciren. Melander befürchtete von Augs-burg abgeschnitten zu werden und befahl den Abmarsch auf den 7. (17.) Mai in allerFrühe, welchen Montecuculi mit 800 Musketieren, 1500 Reitern und 4 Geschützendecken sollte.
Als Melander den Anmarsch des Feindes erfuhr, ertheilte er sofort eine weit-läufige Marschordnung, aus der hervorgeht, dass er befürchtete, der Feind habe schoneinen Vorsprung gegen Augsburg erlangt, und er werde somit mit seiner Vorhut auf ihntreffen, wodurch das abrückende Heer von der Nachhut durch die ganze Bagage getrenntwurde. Kaum hatten sich die Wagen in Bewegung gesetzt, so erschienen auch schondie Franzosen, welche heute von Wrangeis Vorhut bildeten, an der Zusam.
Infolge der gemachten Recognoscirung hatte nämlich von Wrangel dem Grosseiner Armee den Befehl geschickt, „mit der Bagage die ganze Nacht hindurch zu mar-scliiren," wodurch er es ermöglichte, dass am 7. Mai früh zwei Uhr die herbeieilendenRegimenter den befohlenen Sammelplatz erreicht hatten. Mit Tagesanbruch setzten sich30 französische Coinpagnien zu Pferde gegen den Feind in Marsch, denen sich der Feld-marschall persönlich anschloss. So stand er mit dieser geschlossenen Abtheilung frühsieben Uhr der kaiserlichen Nachhut gegenüber.
Montecuculi liess, um dies sofort dem vorausgeeilten Melander zu melden, die verab-redeten drei Signalschüsse abgeben. Damit aber die Armee den nöthigen Vorsprung sich ver-schaffen konnte, suchte er mit Benutzung des Terrains sich noch einige Zeit zu halten, wasihm meisterhaft gelang. Als sich aber der Feind immermehr verstärkte, befahl Melander,dass Montecuculi den Rückzug antrete, welcher bis zu einem Pass glücklich ausgeführtwurde. Hier an diesem Defile, dessen Front durch einen Morast gedeckt war, wurdeMontecuculi von Melander selbst aufgenommen, der mit 500 Musketieren, 400 Reiternund zwei Geschützen eine vortheilhafte Stellung gewählt hatte, während Bronsfeld undFernemont den Rest der Armee weiter rückwärts nach einer neuen Position fortführten.
Iudess auch hier wurden die kaiserlichen Reiter vom Feinde bald geworfen undflohen. Melander eilte hinzu, ward aber — durch einen Carabinerschuss in den Rücken —getödtet. Auch Montecuculi wurde mit der Infanterie aus dem Holze geworfen und retteteseine Person nur dadurch, dass er vom Pferde sprang und durch einen Morast watendin einen Wald entkam.
Während Turenne den Feind in der Front festhielt, hatte von Wrangel denMorast rechts und links umgangen und hierdurch die feindliche Nachhut von ihrem Grosum so vollständiger abgeschnitten, als zwischen beiden die Bagage sich befand. — Diekaiserlichen Musketiere wurden gänzlich aufgerieben und gefangen, sechs Geschütze undviele Wagen erbeutet und nur ein Theil der Reiterei verdankte der Geschwindigkeit ihrerPferde die eigene Rettung.
Das Gros war hinter der tief eingeschnittenen Sehmutter aufgestellt, die Ueber-gänge waren stark besetzt, und man war in dieser vortheilhaften Position zum hart-näckigsten Widerstand entschlossen.