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1 (1887)
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Wir haben von Wrangel verlassen, als er ohne Geld und sonstige Unterstützungvom Mutterlande sein Hauptquartier nach Corvey verlegt hatte. Hier blieb er, bis dieNachricht einging, dass Melander einen ernsten Angriff auf ihn beabsichtige. Da bracher die Brücke bei Höxter ab. schickte alle Weserschiffe nach Hameln und verlegte selbstsein Hauptquartier nach Oldendorf zwischen Hameln und Rinteln. Nachdem jedoch keinAngriff erfolgte und der Feind Winterquartiere bezog, verlegte auch von Wrangel seineArmee in weitläufige Quartiere bis nach Magdeburg, Halberstadt und Hildesheim undtrug eifrig Sorge, dass seine Offiziere und Reiter hinlänglich mit Pferden versehen wurden.

In diese Zeit fallen auch die unangenehmen Verhandlungen betreffs des OberstWanke. Dieser Offizier hatte nämlich die Absicht gehabt, mit 500 Reitern den Kur-fürsten von Sachsen aufzuheben, wurde aber bei diesem tollkühnen Vorhaben gefangenund auf die Pleissenburg nach Leipzig gebracht, von Wrangel, der mit Recht dieRache des Kurfürsten fürchtete, bestand nun darauf, dass Oberst Wanke ihm selbst aus-geliefert werde, damit er von einem schwedischen Kriegsgericht abgeurtheilt werden solle.Das ganze Benehmen des Feldmarschalls zeugt hierbei von Energie und Edelsinn.

Ein Versuch, das Schloss Gleichenstein im Eichsfeld zu nehmen, missglückte eben-falls in dieser unglücklichen Zeitperiode.

Feldmarschall von Wrangel hatte die ihm gelassene Zeit vortrefflich benutzt,seine Armee wieder zu reorganisiren. Die Herzöge von Braunschweig mussten allein11000 Pferde dazu hergeben. Da auch inzwischen Verstärkungen eintrafen, konntevon Wrangel schon Anfang Januar 1648 mit 22000 Mann trefflich ausgerüsteter Truppendie Weser bei Minden passiren und sich bei Pyrmont, seinem derzeitigen Hauptquartier,concentriren.

Melander ging seiner Schwäche wegen gegenüber den immer mehr sich verstär-kenden Feinden bis Nürnberg zurück und überschritt am 14. (24.) und 15. (25.) Märzbei Ingolstadt die Donau, um die Lechlinie zu decken.

Somit war dem Feldmarschall von Wrangel nördlich des Main freie Hand ge-lassen. Er nahm die noch vom Feinde besetzten Plätze, wie Homburg, Friedland undGleichenstein (letzteres durch Douglas), und ging sodann mit dem Hauptcorps in derRichtung auf Mainz, um sich mit Turenne zu vereinigen, dem er Saalmünster als Sammel-platz vorgeschlagen hatte.

Gleichzeitig macht er der Landgräfin in Cassel persönlich einen Besuch, um die-selbe für einen Winterfeldzug zu interessiren, was ihm allerdings nur theilweise gelang;noch weniger glückte es ihm, den Landgrafen Georg dazu zu bewegen, ihm die von denKaiserlichen zurückgelassenen Kanonen herauszugeben. Trotzdem setzt von Wrangelseinen Vormarsch fort. Er geht über Fritzlar nach der Wetterau, dann von Saalmünsterdurch den Spessart und trifft am 6. (16.) Februar in Gemünden ein, während Königs-marck mit der Avantgarde in Neustadt an der Saale steht. Seine Stärke bestand umdiese Zeit aus 15 000 Pferden, 7000 bis 8000 Mann zu Fuss, 60 Geschützen und 100 neuenMunitionswagen.

Turenne, noch verstimmt wegen der Annahme seiner revoltirten deutschen Regi-menter, beeilte seinen Anmarsch durchaus nicht. Erst am 7. Februar ging er mit 4000