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Demungeachtet setzte die Garnison mit den Bürgern den ernstlichen Widerstandfort und verfertigte unterschiedliche Abschnitte.
Am 2. (12.) Juli erstürmte von Wrangel einen „halben Mond" (demi-lunette);die Belagerten hatten aber dieses Werk unterminirt und zündeten es, als die Schwedensiegreich eindrangen, an, so dass die Sieger in die Luft flogen. Bald darauf erstürmtenaber die Schweden einen Thurm im Zwinger, konnten sich indess nicht darin halten undmussten denselben wieder verlassen.
Am 4. (14.) Juli machten die Schweden einen Versuch auf die Stadt, konntenaber wegen noch zu grosser Höhe an der gelegten Bresche ohne augenscheinlichen Ver-lust zum vorgenommenen Sturm nicht gelangen. Noch ein zweiter Brief des Kaisers wirdaufgefangen, der von Wrangel zur grössten Kraftanstrengung veranlasst; obgleich bereitsdrei Stürme erfolglos geblieben, ordnete er am 6. (16.) Juli noch einen Hauptsturm an;mit fliegenden Fahnen rücken die Schweden an, werden aber wiederum mit grossemVerlast zurückgeschlagen.
Feldmarschall von Wrangel liess daher wiederum tüchtig beschiessen, so dass derCommandant bald darauf abermals um Accord sich anmeldete und den jüngst überschicktenOberst von Wrangel (VI 12) hineinbegehrte, welcher denn mit dem Oberst Braunenabgefertigt wurde, die Wünsche zu hören. Es ward Abzug mit Volk und Bagage ge-wünscht, welches aber selbst nach vielem Wortwechsel nicht bewilligt ward. Man be-schloss daher schwedischerseits, das äusserste zu wagen. Die Schweden führten am7. (17.) Juli Mittwoch früh vier Uhr noch zehn schwere Stücke in die Linie, Hessen zweiMinen mit Erfolg sprengen, schnitten die Stadt hierdurch ab, Hessen Bollwerk und be-schüttete Häuser forträumen und befahlen, die Völker mit fliegenden Fahnen vorzuführen.Nach diesem Versuch musste sich enclHch um neun Ulm früh der Commandant auf Gnadeund Ungnade ergeben. Die Schweden besetzten sofort zwei Thore, und mittags zog derCommandant mit seinen Oberoffizieren und ihrer eigenen Bagage ab, während die Unter-offiziere mit der ganzen Garnison, so in drei Compagnien Keiter, fünf Compagnien Dra-goner und zehn Compagnien Fussvolk bestand, sammt ihren Standarten und Fähnlein denSchweden unterstellt wurden.
Noch an demselben Tage erschien der Vortrupp des Kaisers, welcher mit seinemHeere bei Schlackenwald stand, als Entsatz vor Eger, zog sich aber wieder zurück.
Während dieser achtzehntägigen Belagerung sollen die Schweden vier Kapitäns undan 200 Mann Todte verloren haben; 200 wurden gequetscht. Nach anderen Berichtensoll der Verlust jedoch viel höher gewesen sein.
In der Stadt aber, welche nach Abnahme der meisten Pferde, für Brandschatzung,Glocken und Geschütz noch 22 000 Reichsthaler in Terminen liefern musste — ausgeschlossen,was der zur Burg gehörigen Ritterschaft und anderen, wie auch den Juden absonderlich,ist auferlegt worden —, sind nur vier Bürger todt und 52 gequetscht. Von der Garnisonwaren 300 Mann todt und verwundet.
von Wrangel bHeb ruhig bei Eger stehen, setzte die Stadt in dieser Zeit voll-ständig in Vertheidigungsznstand, Hess die überflüssigen Aussenwerke schleifen und ver-schanzte sein Lager auf dem Galgenberge. Ein Angriff der Kaiserlichen am 17. (27.)
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