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1 (1887)
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begannen sie am 24. Februar (6. März), indem sie ihr schweres Geschütz vor Lindau ab-fuhren, am 25. das Schloss Bregenz in die Luft sprengten und am folgenden Tage sich umTettnang concentrirten, die Klause sprengten, auf dem Bodensee zwei Schiffe verbranntenund ihre Gefangenen auswechselten. Abends nahm der Feldmarschall von Wrangelsein Hauptquartier im Schlosse Giessen am Flusse Argen. 1 )

Nach dem zu Ulm zwischen Frankreich, Schweden und Bayern zu stände gekommenenWaffenstillstand wurde an Schweden Ueberlingen und Memmingen übergeben, Augsburgblieb neutral und Bayern sagte sich ganz vom Kaiser los, worüber dieser entrüstetwar. Er machte daher von Wrangel Anerbietungen, Frieden zu schliessen, worübervom Feldmarschall nach Stockholm berichtet ward.

Nach dem ratificirten Waffenstillstand brach von Wrangel sofort auf, liess nurBesatzung auf der Insel Mainau, in Langen-Arga und Neuburg und marschirte über Ravens-burg direct nach Nördlingen, wohin er das Haupt-Rendezvous der ganzen Armee verlegthatte. Löwenhaupt traf hier am 27. März (6. April) mit schwedischen Verstärkungenbeim Hauptcorps ein, während von Wrangel selbst, unter Zurücklassung einer Besatzung,über Kitzingen vor Schweinfurt marschirte, wo er am 1. (11.) April eintraf. Der kaiser-liche General Lodron commandirte dort.

Die übrige Armee folgte gegen diese Stadt und kam am 6. (16.) April 10 Uhrauf der Westseite beim Siechenhause und der Nordseite bei dem Galgen auf der Höhean. Am folgenden Tage, 12 Uhr, begann das Beschlossen der Stadt vom Galgenbergeaus. In der Stadt befanden sich 3000 Kaiserliche, nur Fussvolk.

Mit grosser Schnelligkeit schritt die Arbeit in den Laufgräben vor, so dass sichdie Schweden in denselben schon am 10. April den Stadtgräben auf Pistolenschussweitegenähert hatten und mit Feuereinwerfen grossen Ernst machten; daher denn auch sech-zehn französische Regimenter, weil von Wrangel die Uebergabe bald wünschte, zuGemünden über den Main gingen und sich zum Sturm auf Schweinfurt beeilten.

Den kaiserlichen Regimentern Donep, Holzapfel und Nassau glückte es noch, mitZurücklassung ihrer Bagage, nach Schweinfurt zu gelangen, so dass der StadtcommandantGraf Lodron nunmehr über fünf Regimenter verfügte und täglich meist glückliche Ausfällemit 500 bis 600 Mann unternehmen konnte.

Den 12. April erstiegen die Schweden die grosse Schanze jenseits der Brücke undwollten auch die kleine Schanze am Thor einnehmen; sie wurden aber zurückgeschlagen.Durch diesen Erfolg der Schweden entmuthigt, einigte sich am 13. April Graf Lodronmit von Wrangel und vollzog in der Nacht eine Uebereinkunft. Am 14. erfolgte dieUebergabe. Lodron mit den Offizieren etc. wird nach Eger entlassen, die Garnison, wor-unter 700 wohlgerüstete Reiter, aber in die schwedischen Truppen eingestellt.

Sehr bald darauf musste Tu re nn e nach Flandern abrücken, so dass von Wrangelabermals auf sich allein beschränkt blieb. Er benutzte die Zeit, um seine Reiterei neuberitten zu machen und die Ausrüstung überall zu ergänzen, wozu er Bamberg und Würz-burg stark mit heranzog. Nach letzterem Orte wurde er feierlich eingeladen und machte

i) Im Gastliaus „Zur Krone" in Lindau hing 1S58 noch eine grosse Bombe im Corridor, als Erinnerung daran, dass dieselbe1647 in das Haus eingeschlagen ist: auch von Wrangels Bild wird in diesem Gasthofe treulich aufbewahrt.