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1 (1887)
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nach zur Einnahme von Bregenz und zu sonstigen Operationen am Bodensee.*) von Wrangelhatte sein Hauptquartier zu Leutkirch genommen und machte von hier gegen die imWalde hei Isny verschanzten und den Schweden allerlei Widerwärtigkeiten bereitendenschweizerischen Landleute am 22. December einen glücklichen Coup. Als die Bauernflohen, verfolgte sie der Feldmarschall am 23. December früh gegen die Bregenzer Klause,am 24. bis Hoffe; am 25., am heiligen CMsttage, ging der Feldmarschall mit der Infanteriegegen die Klause vor. Weil zur Linken sehr hohe Felsen waren, auf welchen sich dieBauern in ihren vortheilhaften Schanzen gegen die Schweden stark gezeigt, liess derGeneral etliche 100 Mann hinaufsteigen, welche auch trotz starker Gegenwehr den Felsenerreichten und die Bauern hinabtrieben. Diese hatten sich aber auch unten am Felsen, beieinem oberhalb der Klause gelegenen Dorfe, stark verschanzt und bis an den Felsen einefeste Brustwehr aufgeworfen, hinter welcher sie sich noch tapfer vertheidigten. Es sahsich daher der General Montaigne genöthigt, mit seinen Knechten darauf loszugehen; erschlug die Bauern auch bald in die Flucht, eröffnete den Pass und machte viele nieder.Die Schweden verfolgten so hart, dass den Bauern nichts anderes übrig blieb, als sich indie Stadt Bregenz zu werfen. Nach deren Einnahme aber wurden sie auch hieraus ver-trieben und bis an den Bodensee verfolgt, in welchem viele ertranken. Von den 6000Bauern blieben nur wenige übrig. Schwedischerseits waren nur ein Kapitän vonWrangeil 3 ) und etliche Gemeine todt, ein Offizier und einige Knechte verwundet.-

Ueberblicken wir am Schlüsse des Jahres 1646 die Thätigkeit des Feldmarschallsvon Wrangel, so können wir derselben unsere vollste Anerkennung nicht versagen.So lange er einem bedeutend überlegenen Feinde gegenübersteht, temporisirt und lavirter vortrefflich, wobei er in Westfalen noch grosse Erfolge erringt. Sobald er aber durchdie französische Hilfe dem Feinde nur einigermassen numerisch gleich steht, beginnt eran der Nidda und am Lech seine kühnen und glücklichen Operationen, die offenbar vonrichtiger üeberlegung, Gewandtheit und Energie ein hervorragendes Beispiel geben, wel-ches alles noch die Einnahme des bisher für unüberwindlich gehaltenen Schlosses Bregenzam Schlüsse des Jahres krönt.

Carl Gustav von Wrangel erhielt für diese Waffenthat einen prachtvollen Degenund einen Handbrief von Ludwig XIV. und seine Gräfin Gemahlin das Bildniss des Königszum Geschenk.

Das unerwartete Auftreten des Feldmarschalls von Wrangel an den Ufern desBodensees und die rasche Eroberung der festen Positionen bei Bregenz erregte nicht blosallseitige Befürchtungen, sondern führte den Schweden auch grossen materiellen Gewinnund reiche Beute zu. -— Um aber in diesen Gegenden bleibend festen Fuss zu fassen, warder Besitz von Lindau unerlässlich.

Am 24. December 1646 (3. Januar 1647) fielen einzelne Truppen in das LindauerTerritorium ein. Schon am folgenden Tage liess daher der Commandant 3 ) eilends die Schiffe

1) Das Nähere dieser Vorfälle ist im „Tlieatrum Europaeum" zu finden.

2) Schwedischer Kapitän Heinrich von Wrangell (IX 2).

3) Maximilian Wilibald, des heil. Reichs Erbtruchsess, Graf zu Wolfeck, Herr zu Waldburg, Waldsee. Zeil etc. ^tc., Kaiserl.Majestät Hofkriegsrath. General-Wachtmeister und bestallter Oberster, ein Herr von gdndrosit£, hohem Verstand und Discretion.