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1 (1887)
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Seiten gleichzeitig zu belagern, lässt von Wrangel bei Oberndorf eine Brücke schlagenund uberschreitet im stärksten feindlichen Feuer den Lech.

Wiewohl einzelne feindliche Abtheilungen seinen Rücken bedrohen, fährt vonWrangel rührig fort, Rain zu belagern und Augsburg zu berennen, während seine Streif-corps das feste Freising nehmen und bis vor München gehen. Rain ergiebt sich am11. (21.) September, nachdem die Aussenwerke bereits erstürmt waren; die Besatzung— 1600 Mann — wird nach Ingolstadt entlassen.

Darauf rückt nun von Wrangel mit Turenne am 18. (28.) September selbst vorAugsburg, und es beginnt nunmehr eine ernstliche Belagerung. Die durch nachträglichangelangte Truppen verstärkte Besatzung vertlieidigte sich sehr brav. Schon hatte derFeind seine Minen bis unter den Hauptwall geführt, viele Kirchen und Gebäude lagenschon in Trümmern, selbst die Mauer war bereits stark beschädigt, als endlich der bayer-sche General Johann de Werth mit 4000 Pferden als Vorhut des kaiserlichen Heeresam 12. (22.) October zum Entsatz erschien.

Infolge dessen gab von Wrangel die Belagerung auf und zog sich mit Turenneauf das befestigte Lauingen zurück, indem er es zu einem grossen Brückenkopf herrichtenliess; seine Cavallerie schickte er bis Burgau und Rheinhausen. Durch Bewegungen desFeindes rückte von Wrangel mit Turenne dem Feinde nach bis Mindelheim, nahm am24. October (3. November) Landsberg ein und bemächtigte sich der dortigen Lechbriicke.

Durch dies kühne und rasche Manöver stand nun von Wrangel wiederumzwischen der feindlichen Armee und dem Lande, zu dessen Deckung dieselbe eben an-gelangt war. Das Land bis München wurde vollständig ausfouragirt und viel Schadenangerichtet. Endlich fand das kaiserliche Heer an der Donau, zwischen Neuburg undIngolstadt, am 7. (17.) November Ruhe.

von Wrangel, der in Brück — 3 Meilen von München — sein Hauptquartieraufgeschlagen hatte, liess das Land systematisch verwüsten, wobei etwa 150 Dörfer ein-geäschert worden sein sollen, während seine Streifcorps grosse Beute aus Landau, Landshutund den Umgegenden von Regensburg und Straubing mitbrachten. Immer weiter wolltenun der Feldmarschall gegen den Inn vordringen, indess Turenne weigerte sich, ein-getroffener Befehle gemäss, weiter vorzugehen.

Infolge dessen ging von Wrangel mit den Franzosen bei Schongau am 10.(20.) November über den Lech in die Winterquartiere, und zwar breiteten sich dieSchweden in dem Rayon von Kempten, Füssen, Mindelheim bis Babenhausen, die Franzosenmehr nördlich um Weissenborn aus, wohin Turenne sein Hauptquartier verlegte- AnfangDecember zogen sich die Kaiserlichen in die Winterquartiere in der Oberpfalz. DieBayern blieben wegen der eingeleiteten Unterhan dlungen im eigenen Lande, die Franzosenwandten sich längs der Donau bis nach Tübingen hin, während von Wrangel mehrsüdlich gegen den Bodensee marschirte.

In diesen Quartieren kam es zu vielfachen Reibereien mit den schweizerischenLandleuten, die sich zusammenrotteten und sogar in der Nacht zum 16. December dasCantonnements-Quartier Kempten mit Erfolg überfielen. Diese Vorfälle führten nach und