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um 3500 Mann zu Fuss und 1500 Mann zu Pferde verstärkt. Am 3. (13.) August standdie verbündete schwedische Armee zu Rossbach, eine Stunde von Friedberg, in Schlacht-ordnung dem kaiserlichen Lager auf Musketenschussweite gegenüber, geht aber nachHöchst, Bergen und Windecken weiter, überschreitet die Nidda, rückt gegen den Mainvor und erobert das grosse kaiserliche Magazin in Steinheini.
Die Kaiserlichen hatten sich auf Limburg und Königstein gesetzt.
In diesen acht Tagen — vom 1. bis 8. August — hatte somit Feldmarschallvon Wrangel Erfolge erreicht, wie sie ihm kaum ein entscheidender Sieg hätte gewährenkönnen. Durch seine richtig durchdachte und mit Kühnheit und Glück ausgeführte Operationhat er den mindestens gleich starken Gegner strategisch und taktisch umgangen, ihn vonseinen Magazinen getrennt, seine Vorräthe sich selbst nutzbar gemacht, die feindlichenTruppen von ihrer natürlichen Rückzugslinie zurückgeschlagen und seiner eigenen Armeehierdurch den ungehinderten Eintritt .in die schwach besetzten Erbländer geöffnet. — Unddem gegenüber finden wir im kaiserlichen Lager damals schon eine unthätige Sicherheitund das Kleben an Formalitäten; wir sehen den Erzherzog in seinem Lager zu Ehrender Krönung des jungen Königs von Böhmen, Ferdinands IV., grosse Feste arrangirenund Freudenschüsse abgeben, gerade an dem Tage, als von Wrangel mit seiner ganzenArmee hart an seinem Lager vorbei den Flankenmarsch nach Bonames ausführt und ihnso vor seinen Augen umgeht.
Der Abmarsch des Erzherzogs nach der Lahn hin und tiefer nach Hessen hineinirritirt von Wrangel durchaus nicht, im Gegentheil, bestärkt ihn in seinem früherenPlan, demzufolge er mit Turenne gegen Ober - Deutschland und Bayern vorzudringen be-absichtigt, während der General - Feldzeugmeister Wittenberg, verstärkt durch eben ausSchweden angekommene 3000 Knechte und 900 Reiter, gegen Schlesien vorrückensollte, mittels Einnahme von Troppau in Oberschlesien festen Fuss zu fassen habe undvon dort entweder durch Böhmen oder Mähren eine Diversion gegen Oesterreich ver-suchen solle.
Infolge dessen bricht das verbündete Heer am 9. (19.) August auf und geht nachAschaffenburg, nimmt am 13. (23.) d. Mts. Seligenstadt, gewinnt hierdurch das ganzeOberstift Ma inz und zieht 4000 Mann französischer Truppen aus Worms und Speyer an sich.
Bei der Theilung der Armee dirigirt sich von Wrangel selbst mit der Haupt-macht gegen Heilbronn, während Königsmarck nach Würzburg gesandt wird, um dannspäter sich in Heilbronn wieder mit von Wrangel zu vereinigen. Turenne ging erstnach Mildenburg und dann an den Kocher, von wo aus er nach Schwäbisch-Hall rückt,um daselbst mit von Wrangeis Hauptheer Verbindung zu nehmen.
Im September machten die Alliirten bedeutende Fortschritte, nahmen unter andernStädten Crailsheim und Nürdlingen, südlich Lauingen, am 3. September Donauwörth, dasdem Feldmarschall von Wrangel bis nach Harburg a. d. Wernitz die Schlüssel der Stadtentgegenbringt. Sobald die dortige Donaubrücke wieder hergestellt ist, rückt von Wrangelgegen das stark befestigte Rain, während Königsmarck gegen Augsburg streift, wobei erdie Lechbrücken bei Friedberg und Lechhausen abbrechen lässt. Um Rain von beiden