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Wegen der Kreiherrschaft Ludenhof hatte sich ein längerer Prozess entsponnen,da die Seitenlinie die Berechtigung zur Fülirung des Titels „Baron zu Ludenhof" zuhaben glaubte. Es hatte, wie wir gesehen, König Carl Gustav von Schweden am 8. Oc-tober 1053 seinem Landrath und Obersten Hans von Wrangel auf Allo, Kymene-gärd und Ludenhof das Prädikat „Baron" wegen seiner Verdienste verliehen unddessen adliges Gut Ludenhof in Livland zu einer Freiherrschaft declarirt; aber auchgleichzeitig auf das Ansuchen des Hans von Wrangel dessen Schwiegersohn, demOberstlieutenant Carl von Piesenhausen, und dem Bittmeister Hermann von Wrangel,welcher des letzteren Tochter, Dorothea von Piesenhausen, geheirathet, das Successions-Becht auf die Freiherrschaft mit Titel, Würden u. s. w. übertragen. Hiergegen remon-strirte Carl Gustav von Wrangel, Graf zu Salmis, Freiherr zu Lindeberg, Herrzu Sko-Kloster, Bremer-Vörde, Wrangeisburg, Spyker und Bostorp, Beiclisratb,Feldmarschall und Beichs-Vice-Admiral — diese Titel und Würden führte er 1654 —,indem er als Gründe anführte, dass dem Bittmeister Hermann von Wrangel die be-deutete Succession „in der Freiherrschaft Ludenhof mit Fug nicht zukomme, noch mitBecht er etwas praetendiren könne, zumal die Ehe, welche er mit der Tochter des ver-storbenen Oberstlieutenants von Piesenhausen vollzogen, nicht von der Familie des BaronsHans von Wrangel und dessen Tochter Kinde, die keine Kinder mit dem von Piesen-hausen gezeuget, sondern des Piesenhausen Tochter erster Ehe, die in diesem Bespectund Grade der Succession nicht theilhaftig sein könne, herrühre, vielmehr aber ihm (näm-lich dem Keichsrath u. s. w. Graf Carl Gustav von Wrangel) als nächsten Agnatenund Erstgeborenen Bruders-Sohn, des Eingangs einleiten Landraths und Obersten Hansvon Wrangel zustehe".
Infolge dessen veränderte der König Carl Gustav am 22. Mai 1655 die dem Bitt-meister von Wrangel gegebene Concession dahin, dass er dem Grafen Carl Gustavvon Wrangel und seinen männlichen gräflichen Nachkommen die Succession ertheilte,so dass letzterer von nun an den Titel eines Freiherrn von Ludenhof führte und dieFreiherrschaft, die noch in dem Besitz des lebenden Hans von Wrangel war, erst nachdem Absterben seiner männlichen gräflichen Nachkommen auf Hermann von Wrangelund dessen Nachkommen vererben sollte. 1 )
In vorstehendem haben wir bereits gesehen, welche hervorragende Persönlichkeitunser Graf Salmis gewesen ist. Nachfolgende biographische Notizen mögen nun dazudienen uns einen ausführlicheren Bericht über das thatenreiche Leben Carl Gustavs zugeben. Sie sind zum grossen Theil aus dessen mit grosser Sorgfalt geführtem Kriegs-tagebuche, welches sich noch im Originaltexte in dem Besitze der Familie befindet, ent-nommen. Leider war eine vollständige Wiedergabe dieser interessanten Aufzeichnungnicht möglich und konnten des beschränkten Baumes wegen nur solche Begebenheiten, diesich speciell auf die Person Carl Gustavs beziehen, Aufnahme finden.
Von Jugend auf Soldat, hat er durch seine Kühnheit, sein Glück und durch seinevielseitig ausgebildeten geistigen Anlagen und Fähigkeiten, die er durch Beisen ins Aus-
!) K. schwed. Ileichs-Arehiv in Stockholm. — Wegen der Wappenvennehrang infolge der Annahme dieses neuen Titels sieheAbth. H Seite 48, Note.