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1 (1887)
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Auf Seite der Polen hatte sich Koniecpolski ebenfalls entfernt und den Ober-befehl dem Stanislaus Potocki übergeben. Dieser belagerte Strasburg und zwar mitnicht unwesentlicher Aussicht auf Erfolg, so dass, nachdem Thum einer Krankheit er-legen und Teuffei nach Elbing abgegangen war, der nunmehrige Befehlshaber Wildensteinbei Oxenstjerna um Entsetzungstruppen bitten musste.

Unter Hermann von Wrangel, dem eine Anzahl der kräftigsten Unterbefehls-haber beigegeben war, wurden 8000 jVIann Schweden gesammelt, die am 25. Januar 1628aufbrachen, den Weg nach Dollstadt, Saalfeld, Osterode und von dort an dem süd-lichen Ufer der Uribenz entlang nahmen, um in dem vom Kriege mehr verschont ge-bliebenen Michelavien Unterkommen zu finden. Dieser Zug der Schweden ward so eiligund so unvermuthet unternommen, dass der Feind nicht im stände war, seine ganzeMacht zu sammeln. Mit dem, was er an Truppen hatte, setzte sich Potocki bei derkleinen Stadt Gorzno, x ) zwei Meilen vor Strasburg, fest. Hier hatten die Schwedeneinen schwierigen Durchgang zu passiren, dessen Yertheidigung die örtlichen Verhältnisseden Polen sehr erleichterten und den Uebergang über den Fluss erschwerten. Am 1. Fe-bruar 1628 kamen die schwedischen Truppen liier an; obgleich von Wrangel den Ueber-gang über den noch nicht ganz zugefrorenen Fluss für sehr gefährlich hielt, so veran-lasste ihn doch der desfallsige Befehl des Königs und die in seinem Heere sich kund-gebende ungemeine Kampflust, ein Gefecht zu wagen. Früh morgens am 2. Februargriffen die Schweden an. Teuffei commandirte das Centrum, Axel yon Lilje und Eamsey deneinen, Ehrenreuter den anderen Flügel. Die Polen waren anfangs sehr vortheilhaftpostirt, verliessen aber ihre Stellung beim ersten Angriff der Schweden und zogen sichweiter auf ihre Hauptstärke zurück, so dass die Schweden mit ihrer Artillerie und ihremTrain unbehindert über den Fluss kamen und sich des Passes bemächtigten. Auf deranderen Seite befand sich eine grosse Ebene, wo Potocki sein Heer in Schlachtordnunggestellt hatte, von Wrangel aber war hierauf gefasst gewesen und Potocki sah balddie Schweden in ebenso geordneter Schlachtordnung sich gegenüber stehen. Obgleich vonWrangel erst die Ankunft seiner noch zurückgebliebenen Reserve hatte abwarten wollen,geschah der Angriff doch durch Teuffels Heftigkeit schon früher. Es lag nämlich in derNähe des Schlachtfeldes ein Dorf, dessen Besitz Teuffei für wichtig hielt. Er schicktedeshalb einigös Fussvolk vor, um es einzunehmen; aber die Polen, welche die Bewegungbemerkten und deren Zweck begriffen, schickten alsbald eine Abtheilung Husaren dahin,um die Ausführung des schwedischen Planes zu verhindern. Infolge dieser Bewegungentstand ein lebhaftes Gefecht, das erst mit wechselndem Glück geführt wurde, bis end-lich, nachdem die Schweden sich mit Ungestüm auf die mehrere Male zum Weichengebrachte polnische Reiterei warfen, das polnische Heer in wilder Flucht das Schlacht-feld räumte, 1500 Todte auf dem Felde liess und 500 Gefangene, vier Kanonen und derganze Tross in die Hände des Feindes fielen. Nun stand der Weg nach Strasburgoffen, das auch schon am folgenden Tage mit frischen Truppen und Vorräthen versehenward, worauf von Wrangel geradenwegs auf Thorn marschirte, um bei der ersten Ver-

f) Ob dieses Gorzno das heutige Gnrzno oder Gronzawy ist, bleibt fraglich. Beide Orte eine Meile von einander entferntliegen am Flussabschnitt und zwei Meilen von Strasburg. Die Terrainbeschreibung passt mehr auf Gronzawy.