Druckschrift 
1 (1887)
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

von den Wällen aus erschossen. Erst am 16. September fand die Uebergabe von Rigastatt. 1 )

Im October eroberte der König noch Mitau, kehrte dann aber nach Riga zurück,um sein dortiges Lager gegen die Kosaken zu decken, während er den Feldmarschallvon Wrangel mit 2000 Mann in Mitau znriickliess.

Sodann eroberte König Gustav Adolf am 4. Januar 1622 die Stadt Wolmer. Oberstvon Korff, der den folgenden Tag mit 18 Compagnien polnischer Reiterei zur Unter-stützung der Stadt ankam, niusste sich in aller Eile wieder zurückziehen und wurde auch,als er bei Smilten den Feldmarschall Hermann von Wrangel angriff, so empfangen,dass er mit Hinterlassung vieler Todten und Verwundeten seinen Rückzug antrat. 2 )

Im Jahre 1623 wurde Wrangel wieder Statthalter über Kalmar und den Kreis,aber auch zugleich Oberst über das ganze Smäland-Kriegsvolk; im Jahre 1625 in gleicherEigenschaft nach Jönköping versetzt.

Das folgende Jahr wurde der Feldmarschall nach Preussen gesandt, wo er sichgegen die Polen glücklich behauptete, bis der König im Mai 1627 in Preussen landeteund mit seinen gesammelten 35 000 Mann vor Danzig rückte. Nachdem die Schanze amDanziger-Haupt genommen, erfolgte in der Nacht zum 24. Mai der verunglückte Ueber-fall auf die Festung selbst, wobei Gustav Adolf einen Schuss in den Unterleib erhielt.

Im August befand sich der König indess wieder an der Spitze seiner Truppen beiDirschau.

Die Polen lagen ganz in der Nähe bei Lubischow in einem verschanzten Lagerund täglich fielen Gefechte unter den Vorposten vor. Namentlich fand am 7. Augustein heftiges Treffen statt, wo die schwedische Reiterei unter dem Könige selbst, Her-mann von Wrangel und von Thum, und die polnische unter Koniecpolski Proben grosserTapferkeit ablegten. Einmal machten die Letztgenannten einen so heftigen Ohoc, dassdie ganze schwedische Reiterei zurückweichen musste, mit Ausnahme von Erich Soopsmit den Westgothen, die den Feind aufhielten und ihren Kameraden dadurch Zeit gaben,sich zu sammeln und den Kampf wieder aufzunehmen. Doch wollte sich keine derstreitenden Parteien in ernsten Kampf einlassen und beide zogen sich wieder in ihreLager zurück. Am folgenden Tage liess Gustav Adolf sein ganzes Heer auf dem freienFelde aufstellen. Er selbst führte das Centrum, Thum den linken, Hermann vonWrangel den rechten Flügel. Da Koniecpolski aber seine Polen innerhalb der Ver-schanzungen hielt, so beschloss Gustav Adolf einen Angriff auf dieselben. Schon war esgelungen, die Polen durch einen heftigen Angriff, den ein mörderisches Kanonenfeuerunterstützte, zum Wanken zu bringen, als der König, von einer Kugel in die rechteSeite getroffen, wie todt niedersank und ins Lager zurückgetragen werden musste.Augenblicklich ward die Verfolgung der schon weichenden Polen aufgegeben; denn allesglaubte den grossen König todt. Die Polen konnten dadurch ihre frühere Stellung wiedereinnehmen, während sich die Schweden in düsterer Stimmung zurückzogen. 3 )

i) Kelcli, Geschichte der Kriege in den haltischen Provinzen p. 523.'-) Kelch, Geschichte der Kriege in den haltischen Provinzen p. 529.3 ) Fryxell, Lehen Gustav Adolfs p. 61, 62.