147
Im Jalire 1689 verstarb nun auch Hermann von Fersen; er liinterliess das vonseiner zweiten Gemahlin Magdalena von Wrangel, geborene von Buchwald, geerbteGut Mohlsdorf, auf welches aber noch 17 000 Thaler an seinen Stiefsohn, den MajorCarl Friedrich von Wrangel (51), auszuzahlen waren.
Die drei Söhne des Hermann von Fersen — Hermann Otto, August Wilhelmund Jochim Friedrich — konnten diese Schuld nur durch Abtretung von Mohlsdorfund der dazu gehörigen Pertinenzien und Meliorationen tilgen, womit indess dieselbe nochnicht ganz abgetragen war. Sie sahen sich daher veranlasst, dem Major von Wrangelauch noch einige Pertinenzien in Kalsow, Kartlow und Hornsdorf zu cediren undabzutreten, was sie jedoch mit einigen Modifikationen in der Lehnsfolge thaten.
Da aber der Major von Wrangel die Allodialmittel nicht zu Lehen machen will,sondern seine mütterlichen Allodialgelder in baar verlangt, und da auch die von derLühe wegen des Lehens Schwierigkeiten machen, so sehen sich die Gebrüder von Fersengenöthigt, den Herzog unter dem 18. August 1690 zu bitten, ihnen das Lehen Mohlsdorfals ein Fersensches Lehen zu conferireu und zugleich dessen Cession und Verpfändungauf 20 Jahre an den Major von Wrangel und dessen Kinder zu bestätigen.
Unter dem 22. Januar 1691 schliessen nach Eingang des Consenses die Gebrüdervon Fersen in vorstehendem Sinne einen Pfand-Contract mit dem Major von Wrangel auf20 Jahre ab, der unter dem 4. Februar 1691 mit dem Beding consentirt wird, dass nachzwölf Jahren die Prolongation nachzusuchen sei, was am 26. September 1702 von SeitenWrangeis auch auf die Dauer von acht Jahren geschieht.
Am 23. Januar 1650 tiberliessen Jochim Christoff von Stralendorf!' und dessenVettern der Wittwe des Generals Helm von Wrangel ein Bauernerbe im Dorfe Kartlowsammt den dazugehörigen Pertinenzien auf zwölf Jahre von Antoni 1650 bis Antoni 1662für 1000 Gulden mecklenburgische Währung wiederkäuflich.
Von Helms Wittwe wird noch berichtet, dass sie bald nach ihrer Verheirathungmit Hermann von Fersen an den Aufbau der Kirche in Hornsdorf dachte, welche imdreissigjährigen Kriege vollständig beraubt worden war. Sie machte zu diesem Zweckemehrere milde Stiftungen.
Aus diesen beiden Ehen liinterliess der General Helm von Wrangel zwölf Kinderund zwar stammten aus der ersten Ehe Helm (Helmuth, Helmig) (48), Carl Emanuel (49),Hans (50) und
eine Tochter (58), die 1647 noch lebte.
Aus der zweiten Ehe waren Carl Friedrich (51) und vier Töchter:
1. Dorothea Elisabeth (52), geboren 1644, vermählte sich mit dem Dom-Dechant Jochim von Rantzau.
2. Anna Magdalena (53), geboren 1645, heirathete a) Johann Christof vonFersen, verstorben Ende 1669 zu Barnekow; b) Baron Johann Uexküll-Gülden-band. Schon 1688 stellt ihr, des Johann Uexküll-Güldenband Ehegattin, derLandrath Major Hans von Rosen eine Obligation über 1400 Rthlr. spec. aus,welche sie den 13. März 1698 zu Reval auf ihre Tochter (erster Ehe) AnnaMargarethe, Gemahlin des Hans Heinrich von Derfelden, transportirt.
19*