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Zwei Reiter hatten sogar die Kühnheit abzusteigen und in das Zelt einzudringen.Hier machten sie einen Trabanten nieder und standen im Begriff, des Kaisers Gemach zubetreten, als man ihnen den Weg versperrte, den einen niederstach und den anderngefangen nahm. l )
Die Schweden, die sich zu weit vorgewagt hatten, wurden nun dergestalt von denKaiserlichen umringt, dass sie verschiedene Offiziere und viele Gemeine im Stich lassenmussten, ehe sie wieder zu den Ihrigen über das Wasser zurück kommen konnten. DieVerwirrung, die die Schweden mit ihrem Einfall angerichtet hatten, war so allgemeingewesen, dass, wie Helm von Wrangel später selbst erklärte, der Kaiser ihm kaumentkommen sein würde, wenn die übrigen Truppen ihm mit gleicher Schnelligkeit gefolgtwären und ihm die Beschaffenheit des Ortes genügend bekannt gewesen sei. Allein,als die Schweden sich im feindlichen Lager zerstreut hätten und die kaiserlichenRegimenter auf die Beine gekommen wären, seien seine Leute nicht ohne Verlust zurück-getrieben worden und hätten den Oberstlieutenant Adolf Hoppe, zwei Lieutenants undeinige Gemeine eingebüsst und den Oberstlieutenant Christian von Horn, einen Rittmeister,drei Lieutenants und viele Gemeine in Gefangenschaft zurücklassen müssen, welche aberder Kaiser nach etlichen Tagen zurückschickte. 2 )
Einige Tage nach diesem Ueberfall verliess der Kaiser sein Heer, und GeneralMelander genannt Holzapfel führte die Truppen aus ihren Schanzen mit grosser Vorsichtin die Gegend von Plaan, wo er sich wieder verschanzte. Er giebt an, dass Mangel anVerpflegung ihn dazu veranlasst habe.
Später sehen wir die Kaiserlichen wieder näher an die Schweden heranrücken undungefähr eine viertel Meile von denselben entfernt in einem tiefen Grunde und einemWalde eine vortheilhafte und sichere Stellung einnehmen. Von schwedischer Seite auswurde Scldoss Triebet mit einem Fähnrich und 30 Dragonern besetzt gehalten; am9. August 1647 wurde dasselbe jedoch von den Kaiserlichen mit Sturm genommen. DieSchweden versuchten zwar es zu entsetzen, aber umsonst. Sie warfen nun unweit desSchlosses zwei starke Schanzen auf, in welche sie eine Besatzung von sieben Regimenternlegten, und hinter den Schanzen steckten sie ein neues Lager ab. Bevor dieses jedochbezogen wurde, sollte die gesammte Armee erst noch fouragiren und man wollte nichteher aufbrechen, als bis sämmtliche Fourageurs zurück seien. Hiervon hatten die Kaiser-lichen Kunde erhalten und stürmten um die Mittagstunde des 12. August unter Montecuculiund Jean de Werth die noch nicht fertigen Schanzen, machten die Besatzung nieder undrichteten dann ihren Marsch auf das schwedische Hauptquartier nach Plaan, welches vonTruppen fast gänzlich entblösst war, da die ersten Fourageurs eben erst zurück zu kehrenbegannen.
War die Lage der schwedischen Armee je eine gefährliche gewesen, so war es andiesem Tage der Fall. Es eilte alles was im Lager nur reiten konnte, schnurstracks denKaiserlichen entgegen, so dass Lieutenant von Fersen von allen seinen braven Leuten nur16 Reiter zurückbehielt. Als auch dieser angejagt kam, stürmte neben ihm der General-
1) Nacli der^ Chronik.
2 ) Aus dem Tagehucli des Feldmarschalls Otto Wilhelm von Fersen.