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1 (1887)
Seite
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major von Wrangel mit blossem Degen in der Hand auf den Feind los. Ein kaiserlicherOffizier, den Wrangel hierbei direkt angriff, schlug seinen Stutzen auf ihn an und jagteihm dicht bei der Stelle, wo er bei Höxter verwundet worden war, eine Kugel durchdie Brust. 1 ) Wrangel sank nach vorn zusammen, so dass er auf den Hals seines Pferdeszu liegen kam, hatte aber noch die Geistesgegenwart, einen Offizier herbei zu winkenund sich vom Pferde heben zu lassen. Man brachte ihn auf seiner „Karete" noch lebendin das Lager zurück, aber schon am dritten Tage erlag er der Verwundung.

Der Kampf selbst nahm für die Schweden noch einen günstigen Ausgang. Wäh-rend die Dispensirten gegen die ganze kaiserliche Cavallerie ihr Aeusserstes und Bestesausrichteten, kamen die vielen Fähnlein der schwedischen Infanterie, die ausrücken undsich bereit halten sollten, mit den zurückkehrenden Fourageurs zusammen das neue Lagerzu beziehen, bei Plaan ins Gefecht. Dies machte die Kaiserlichen, welche glaubten, dieganze schwedische Armee sei im Anzüge, stutzig und veranlasste sie nach ihrem altenStandorte zurück zu weichen. Die Schweden nahmen sofort die Verfolgung auf, musstendieselbe aber schliesslich aufgeben, da sich die kaiserliche Infanterie in dem Walde ver-borgen hielt und von liier aus die anstürmenden Schweden mit vollen Salven begrüsste.

Hatte man nun auch kaiserlicherseits das Fehlschlagen des so gut angelegtenUeberfalls zu bedauern, der, wenn er so weiter verlaufen, wie er begonnen, mit dem Ruinder ganzen schwedischen Armee geendet haben würde, so hatte man doch wenigstensdie Genugthuung, in dem tapfern Generalmajor Helm von Wrangel einen der gefürch-tetsten Gegner verloren zu haben, und so gross war bei ihnen die Freude über dessenTod, dass man hätte meinen sollen, die Schweden hätten ihre halbe Armee eingebüsst.Bei diesen hingegen sah man überall tiefe Trauer, und nicht nur die Cavallerie, die Helmbefehligt hatte, sondern auch die gesammte Infanterie legte solche offen an den Tag. Amlautesten aber wurde che Klage und das Weinen, als die Leiche des theuern Gebieters vondem Heere weggeführt und nach Wismar in Mecklenburg gebracht wurde, wo HelmsBesitzungen lagen und seine Familie sich aufhielt. Hier traf die Leiche im Septemberein und am 15. December erfolgte die Beisetzung unter überaus stattlichem Gepränge undadligen Ceremonien in der St. Marienkirche. Von Seiten der Stadt wurde zehnmal geläutetund M. Joachim Hertzberg hielt vor den andächtig Versammelten, die in Massen herbei-geströmt waren, die Leichenrede über Hiob 7, welche sogar 1648 in Rostock bei JohannRichelm im Druck erschien. 3 )

Später winde ihm, wahrscheinlich auf Veranlassung des Feldmarschalls Graf CarlGustav von Wrangel-Salmis (VI 6), in der Kirche eine der geräumigen Nischenals Grabkapelle ausgebaut, mit deren Ausführung der Bildhauer Christianus Möller betrautwinde und die in ihrer Pracht noch heute Zeugniss giebt von der grossen Verehrung,welche Helm von seinen Zeitgenossen entgegengebracht worden ist.

Die Grabkapelle liegt auf der Nordseite neben der des berühmten RechtsgelehrtenDavid Mevius. Sie fällt bei dem Eintritt in die Kirche sofort durch ihr prächtiges ausschwarzem Marmor erbautes Portal auf, das im Rococostyl mit weiss-marmornen Medaillons

f) Nacli anderen Nachrichten soll er einen Schuss durch den Helm in den Hinterkopf erhalten hahen.'-) Schröder, Wismarsche Predigerhistorie p. 187. Org. in der Universitäts-Bibliothek zu Rostock.