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1 (1887)
Seite
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Laut Erkenntniss vom 21. Februar 1639, ,,d. d. Cölln an der Spree, auf Sr. Churfl.Durchlaucht in der breiten Strasse belegenen Hause - ', verurtkeilte ihn das Kriegsgericht, 1 )wobei 17 Offiziere verschiedener Grade richteten, sehr hart. Es sollten ihm, als einemMeineidigen, durch den Scharfrichter die beiden Vorderfinger, mit welchen er geschworen,abgeschlagen, die Zunge aus dem Halse gerissen, der Körper aber in vier Theile zer-stückt und solche auf den Landstrassen aufgehängt werden.

Der Urtheilsspruch wurde gedruckt verbreitet, und da man Helms nicht habhaftwerden konnte, ward angeordnet, dass in sämmtlichen brandenburgischen Städten seinBild nach Ausspruch des Kriegsgerichts zur öffentlichen Beschimpfung „an die Justitz"mit der Ueberschrift seines Namens angeschlagen und derselbe überall öffentlich als ein„Meineidiger, Verräther, Abtrünniger und öffentlicher Schelm" ausgerufen würde. JedeEhre wurde ihm ferner abgesprochen, zu keinen Kitterspielen, noch ehrlichen Zusammen-künften sollte er zugelassen, sondern Zeit seines Lebens von jedermann als ein „Mein-eidiger, Verräther und leichtfertiger Schelmen-Mann gehalten werden". 3 )

Sofort machte Helm von Wrangel den Versuch sich bei dem Kurfürsten zu recht-fertigen und reichte den 12. März 1639 eine Vertheidigungsschrift ein; seine Bemühungenhatten aber vorläufig nicht den gewünschten Erfolg. Erst als sich Generallieutenantvon Torstenson am 6. Juli 1643 für ihn verwandte, wurde ihm unter dem 1. August des-selben Jahres vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm dem Grossen ein vollständiger Pardonund eine Ehrenerklärung ertheilt. Hierüber liegen drei Briefe vor:

1. Helms Schreiben an den Kurfürsten, mit seiner Verantwortung;

2. Torstensons Schreiben an den Kurfürsten, Bestätigung obiger Angaben undVerwendung;

3. Des Grossen Kurfürsten Ehrenerklärung für Helm.

Helm trat also wieder als Major der Cavallerie in schwedische Dienste und war inder Schlacht bei Chemnitz zugegen, in welcher der Feldmarschall Banner die MarazinischeArmee schlug. Schon 1641 wird er als Oberst unter den Befehlen des Generals Stal-hantsch aufgeführt, welcher 3000 Reiter und 3700 Mann zu Fuss bei sich hatte.

Als dieser General nämlich in genanntem Jahre von der Marazinischen Armee ge-drängt wird und die Oder bei Gross-Glogau überschreiten muss, ist der Zustand seinerTruppen derartig zurückgekommen, dass er sich entschliesst, Helm von Wrangel als Ver-trauensperson an Torstenson abzusenden, um ihm seine Rathlosigkeit mitzutheilen undihn dringend um Geld und frische Truppen zu bitten. Auch bei den Offizieren mussHelm Vertrauensmann gewesen sein, denn ein grosser Theil derselben giebt ihm Briefemit, in denen ganz offen über die obwaltenden Verhältnisse die bitterste Klage geführt wird.

Einige Kaiserliche, die vorher wider die Schweden den kürzeren gezogen hatten,vereinigten sich auf der Flucht bei Sagan und belagerten einen schwedischen Hauptmannim dortigen Sclilosse. Zum Glück kamen die Obersten von Schulmann und von Wrangelnebst dem Oberstlieutenant von Hammerstein hinzu, die Banner eben nach Schlesien geschickt

1) Archiv im Königl. Prenss. Kriegs-JIinisteriunl; IUustrirte Berliner Wochenschrift „Der Bär", Jahrgang XTO Nr. 9 p. 110.

2) Königl. Geheimes Staats-Archiv in Berlin.

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