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1 (1887)
Seite
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Dessenungeachtet commandirte Horn den Oberstlieutenant Helm von Wrangel miteiner starken Abtheilung bald danach gegen Dachau. Letzterer rencontrirte den OberstCorpus mit 800 Kroaten, warf ihn glücklich, machte einen grossen Theil sammt einemRittmeister nieder, und nahm einen Rittmeister, einen Lieutenant und mehrere derniederen Chargen gefangen.

Bald darauf verliess Helm in Privatangelegenheiten auf einige Zeit die Armee,trat aber Mitte des Jahres 1635 wieder ein.

Am 16. des Weinmonats 1635 hielt sich Helm sonderlich tapfer in einem Gefechtmit dem kursächsischen Generalfeldwachtmeister Däline bei Altenburg, „wo auch dieFlüchtigen verfolget, viele verwundet und mehrere Offiziere, 60 bis 70 Gemeine nebstder von Vitzthumschen Leibstandarte eingebracht wurden*'.

Als im December desselben Jahres die Waffenstillstands-Verhandlungen zwischendem Kurfürsten von Sachsen und Feldmarschall von Banner abgebrochen wurden, finden wirHelm unter des letzteren Heerschaaren, und als die Feindseligkeiten wieder aufgenommenwurden, liess Banner den General-Major Axel Lillie den Pass von Fehrbellin und am24. December auch den Pass von Bötzow bei Nauen nehmen und besetzen. Den Oberst-lieutenant Helm von Wrangel entsandte er dagegen mit einer gleich starken Abtheilunggegen Zehdenick. Diese Stadt wurde von ihm am 24. December eingeschlossen und ergabsich schon am folgenden Tage.

Im Jahre 1636 machte Helm unter dem Feldmarschall Banner die Schlacht beiWittstock mit, bei welcher er sich so hervorthat, dass er ein Regiment Reitererhielt und zum Oberst befördert ward. Bald darauf verliess Helm Schweden, wie esheisst wegen eines Todtschlages, x ) den er bei seinem sehr heftigen und jähzornigen Cha-rakter wohl begangen haben mag.

Aus späteren kriegsgerichtlichen Ac-ten-Excerpten -) geht hervor, dass ihn derKurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg am 24. Januar 1638 zu Stanssdorf in seineDienste nahm, ihm die Bestallung als Oberst und Chef eines Regiments zu Pferde er-theilte, wobei er den sogenannten „Artikel-Brief" beschwören musste.

Wenn auch Gauhen das oben angeführte Vergehen als den Grund von Helms Aus-tritt aus den schwedischen Diensten angiebt, so ist dies doch noch nicht erwiesen. Esist auch möglich, dass ihn sein Schwager, der Oberst von Buttlar, der in kurbranden-burgischen Diensten stand, zu dem Uebertritt bewogen hat, oder der Graf Schwarz-burg (wohl Schwarzenberg), der damalige Gouverneur der Mark, wie eine Andeu-tung in Torstensons Brief an den Kurfürsten Friedrich V ilhelm glauben lässt, hat ihnals Instructor für die zur Zeit ganz erbärmlichen brandenburgischen Truppen speciellengagirt.

Aus den kriegsgerichtlichen Acten-Excerpten geht indessen hervor, dass er zuPfingsten 1638 sich bemühte, einen Pardon vom Feldmarschall Banner in Lübeck zu er-halten. Soviel steht fest: Helm war 1639 brandenburgischer Regiments-Commandeur und

!) Gaulien, Adels-Lexicon Tli. II p. 1908 bis 1912.

2) Koelmii collectan. geneal. Bd. 109. (Königl. Bibliothek Berlin, Mscrpt.)

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