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1 (1887)
Seite
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In demselben Jahre wurde Berthold von Wrangel von Jacob von Hurlen wegeneines Schuldbriefes unter dem Vorgehen verklagt, von den geliehenen 465 Mark erst200 Mark zurückerhalten zu haben. Es wurde jedoch festgestellt, dass der Brief über465 Mark berichtigt, und so wurde Jacob von Hurlen am 9. September vom harrisch-wirischen, Rath abschlägig beschieden.')

Im Jahre 1515 verkaufte Berthold an Moritz von Wrangel (II 36, IV 1) dieHälfte seines Dorfes Einn (Fymie), im Kirchspiel Iveel (Neukirchen) in Wirland belegen,und liess solches am 29. September vor dem wirischen Manngerichte dem Käufer auf.' 2 )Auch folgende Begebenheit mag nicht unerwähnt bleiben. Als der Bischof Rein-hold seine Residenz von llapsal nach dem Oeseischen, der insularen Hälfte seines Bis-thums, zu verlegen beabsichtigte und schon seine Dienerschaft in Hapsal entlassen hatte,erhielt er die Meldung, dass ihm der Schlossvogt Godert von Gilsen (Gotthard, GerdsSohn, stammt aus Wirland) mit seinen Hofjunkern und Dienern den Einzug in die Arens-burg auf Grund einer Forderung nicht gestatten wolle, in welcher es heisst: „Die Hof-junker und Diener haben noch zu fordern von drei Jahren her zwei englische Kleidungenund von fünf Jahren her die Beute (Extrabewilligung zum Gehalt). Für jedes Kleidverlangen sie 15 Mark und für die rückständige Beute 10 Mark, so dass jedem 40 Mark(1531 war 1 Speciesthaler = 3 V* Mark rigisch; also 40 Mark = 11 Vr Speciesthaleroder circa 15 Rubel Silbermünze) gezahlt werden müssen, wie es ihnen der DomherrJohann Pulk zugesagt hat."

Die Forderung war von 47 Personen unterzeichnet, unter welchen wir neben anderenRitterschaftsmitgliedern auch Berthold von Wrangel finden. Als darauf der Bischofsich durch List der Burg zu bemächtigen suchte und dies eine Spannung zwischen derRitterschaft und den Schwarzenhäuptern hervorrief, unternahm es Wrangel, durch zweiSchreiben (vom 3. und 23. März 1531) die Eintracht wieder herzustellen — doch ver-gebens. Erst nachdem der Domherr Hinrich Ixkiül, der Rath Ohristotter Bode und derauch in Oesel residirende Stiftsvasall Christoft'er Vitingk dem Bischof ihre Hülfe zutheil werden liessen, kam Ende Mai eine Vereinbarung und damit die Beseitigung allerMisshelligkeiten zu stände. 3 )

9. Vicke von Wrangel,

Sohn von Wolmar (2). Er besass 1469 Kalligal und Asse, Land bei Wesenberg (Selckis)und aus einer Urkunde, welche die Familie Uexkiill betrifft, geht hervor, dass ihm 1470auch drei Gesinde im Dorfe Tolss gehörten. 4 )

Vicke war, wie wir aus den damaligen Urkunden ersehen, Landrath und verstarbvor 1514. Er war mit Margarethe von Taube aus Fylir verheirathet und hatte mit der-selben mehrere Kinder. Vicke wurde der Stammvater des II. Hauptstammes zu Tolsburg,Selckis und des Hauses Ellistfer (Tab. III).

1) von Toll. Briefl. I p. 416 Nr. 769.

" 2 ) von Toll, Briefl. I p. 446 Nr. 826.

:$ ) Beiträge zur Geschichte Esthlands, Kurlands und LivlandsJ Bd. II H. 3 p. 389/91, ad Nr. 21 Arensburg.

4) Archiv Kuckers: von Toll, Begesten.