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1 (1887)
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Nach einer Urkunde vom 18. December 1487. in welcher er uns zum ersten Malegenannt wird, war er Beisitzer bei dem Manngericht, als die Gebrüder Lode, Söhne vonHeimond Lode, an Hans Hastfer vor dem Vogt zu Wesenberg das Dorf und die Mühlezu Landen verkaufen. Sodann treffen wir ihn am 26. Juli 1492 als Vertreter derWittwe Jacob Dekens bei ihrem Streit mit Evert Wedekind zu Reval vor dem harrisch-wirischen Gericht. 1 )

Wolmar war mit Anna von Rosen verheirathet, mit der er einen Sohn gleichenNamens hatte. Er starb am 15. Februar 1508 und ward der Ahnherr des freiherrlichenGeschlechts von Wrangel zu Addinal (in Schweden unter Nr 199 immatriculirt).

34. Wolmar von Wrangel,

Sohn von M olmar (19). Ihm gehören der Hof Addinal und die übrigen Besitzungenseines Vaters. Wie dieser wird er viel in den gerichtlichen Akten, namentlich beiUrtheilssprüchen und Testamentseröffnungen in den Jahren 1520 bis 1548 genannt. 2 ) Dochist sein Einfluss viel grösser und das Feld seiner Thätigkeit ein ungleich ausgedehnteres.

Er war Amtmann auf dem Hofe Eide und bekleidete gleichzeitig mit Herrn vonLode das Amt eines Mannrichters von 1542 bis 1548, in welcher Zeit er viele wichtigeUrtheilssprüche zu fällen hatte. Wolmars Bedeutung wird uns aber erst recht klar,wenn wir ihn im December 1548 selbst eine so hohe Persönlichkeit wie den Ordens-meister Hermann von Bruggenaye, genannt Hasenkamp, nach Reval vor die Schrankendes Landgerichts citiren sehen. Wir lassen wegen der Bedeutsamkeit dieses Ereignissesdie erwähnte Vorladung hier wörtlich im Urtext folgen:

„Meinen Gruss freundlichen v. gutwillige Dienst zuvor. Euwer fürstligen Gnadenallewege steder bevore. Ick mag euwer fürstligen Gnaden nicht bergen, wie ick vonJohann Töddewen to rechte gegen den ankünftigen gemeinen Richteldag uf Johanni toReval binnen vorgeladen, dess Handels halwer, so twischen iuwer Gnaden v. ehme. vor-gangen Sommer iss geschehe. Es ist Eurer fürstl. Gnaden in Hochfürstl. Gedächtnissganss wohl entholden, dat ick my samt mynen gefolgten nicht wolde brücken laden.Euwer fürstligen Gnaden uns samt gefolgden nothloss v. allenn saken enthawen sey,ledig v. schadloss to holden, bin gensslich die hohen toversicht, Euwer förstligen Gnadenwird samt den würdigen Capitel, die Lüfte v. thosage mit dem besten hierinnen weteuto erinnern, My V. mynen gefolgden vor schaden tho behoden, so dann averst nicht ge-schehe, so citire v. lade ick Wolmar Wrangel to Addinal Euwre förstligen Gnadensamt dem würdigen Capittel vor kegen unse ankünftigen gemeinen Rechtelsdag, den drehrwürdige Herr Cumptor to Reval v. Vogt to Wesenberge samt den achtbaren erbarenv. erenvesten reden de lande Harrien v. Wierland to holdende bestimmt hebben uf künftigJohannis Baptistae zu Reval So ick v. eine gefolgden eigenegen schaden v. nadeit geföretworden to rechte sta tor Urkunde sind desen Seddeln twe eines Ludens von ander ge-schreben durch de bockstawen a b c datum Addinal freydags post corporis Clmisti vndsende Euwer förstligen Gnaden bei dieser Schrift de Vorladimge, welkes my von Johann

!) von Toll, Briefl. I p. 241 Nr. .396.

2) Bienemann, Livländ. Urlmndenbucli Bd. 3 p. 206 Nr. 516: Cop. im Revaler Raths-Archiv.