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Töddewen to gescliikt iss, daraus lieft Euwer flirstl. Gnaden alles to verneneme, wohermy v. myne gefolgden natrachtet, nyth mehr to dieser tydt, denn Euwer fiirstl. GnadenGott dem allmächtigen v. mynen Dienst befohlen. Anno 154S. l )
E. f. Gh. gutwilliger
Wolmar Wrangel.to Addinahl."
Aber nicht auf die Rechtsprechung allein beschränkt Wolmar seinen Wirkungs-kreis, sondern er dient seinem »Staate in noch anderer Weise. So finden wir ihn 1559unter den Gesandten des Ordensmeisters, welche nach Russland zur Friedensunterhandlunggeschickt werden, die jedoch zu keinem Resultate führt. Nachdem mit vielen Weit-schweifigkeiten der mehrfache Bruch des Friedensbriefes constatirt worden, wird derEntschluss gefasst, den Krieg fortzusetzen und dies durch ein Schreiben des russischenGrossfürsten Iwan Wassiliewicz dem Ordensmeister Wilhelm Fürstenberg, dem Erzbischofvon Riga und den anderen Herren in Livland kund gegeben. Desgleichen befand sich Wol-mar von Wrangel unter den Gesandten der Räthe des Domkapitels, welche am 29. März1558 dem Ordensmeister eine Verschreibung über die Vervollständigung der geliehenenSumme von 60 000 Thalern ausstellen.
Wolmar zeichnete sich auch in dem Feldzuge der Herzöge Johann und Karl vonSchweden gegen Erich XIV. durch Tapferkeit aus und in der ruhmreichen Schlacht beiHöle-Kirclie stirbt der „tapfere" Wrangel mit Esbjörn Lilliehook und J. Rosenhaneunter Iwan Stjernkors, Jesper Krus und Karl Horn. König Karl IX. schreibt in seinerChronik: „Durch den Sieg fielen 23 Feldstücke und 9 Tonnen Pulver in unsere Hände.Vom flüchtenden Feinde waren nur 40 in jeder Schaar"; er schildert selbst die Begeben-heit in nachstehenden Versen:
„Iwar Mänsson, der auf der Reise war
Obrist er der Kriegsleute war,
Vom Könige er geschicket ward
Dort waren viel mehrere
Als die unter meinem Paniere
Zog darum dieses Mal
Wieder nach Nyköping fürwahr;
Nach Svartäng ich da langte
Eilend ich einen Boten sandte
Zu meinem Bruder Herzog Johann,
Der in Wingaker sich befand,
Dass Iwar nicht nach Stockholm wollte.
Wir ritten das beste wir kounteu
Auf Höle-Wald holen wir sie ein
Dann liess ich mein Pferd eilen
Nach den Hofleuten die nicht wollten weilen,
Und kam nicht eher über den Wald da
Als den „Wrangel" todt ich sah.
Der war ein edel Mann
Und geboren in Livland.
Wie ich es gewahrte
Wurde ich erzürnt und böse
Und wollte dem Feinde folgen länger
Und todtschlagen alle die Menge,
Allein es war da in der Abendzeit
Dass ein Jeder wollte ruhen.
Und lagerten wir uns dann bei Höle-Kirche froh,
Wolmar Wrangel liess dann ich begraben
Den die Feinde hier umgebracht haben,
In Höle-Kirche legte man seine Leiche
Die Seele ist im Himmelreiche."
Leider ist aus dem Leben dieses Mannes auch ein bedauerlicher Vorfall zu be-richten. Wolmar hatte 1566 das Unglück einen Todtschlag an Heinrich Harckant zubegehen. Er erhielt jedoch den 14. Mai desselben Jahres das Geleit.-)
i| Esflil. Biblotliek in Revnl Nr. 2331.*) Geleitbiicli der Stadt Reval p. 331.