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getroffen, dass er ihr eine Pension aussetzen solle, wogegen sie ihm Haus, Hofund Güter abtreten wolle. Wiewohl nun Wolmar seinen Verpflichtungennachgekommen zu sein scheint, wird dies doch von Gertrud bestritten undihm ihrerseits die Gegenleistung vorenthalten. Vor Gericht werden beide Theileam 2. März 1505 ermahnt, durch einen gütlichen Vergleich die Angelegenheitzu ordnen. Endlich sei noch angeführt, dass ihr 1500 Hans Hastfer, Bar-tholomäus Sohn, ein Eliegelöbniss gab, es aber noch in demselben Jahre wiederzurückzog. 1 )
6. Berthold von Wrangel,
Sohn von Wolmar II. (2), besass Jesse. Während der Jahre 1465 bis 1472 war erManngerichtsassessor und unterzeichnete 1467 als Zeuge den gütlichen Vergleich, wel-chen der Bitter Jacob Deken mit den Söhnen seines gleichnamigen Vetters bezüglichder Grenzen zwischen Lahrenahsen und dem Dorfe Kyrimeggy abschloss. Am 16. Juli1482 befand sich Berthold unter den Sendboten Livlands, welche auf dem Landtage zuEiga verhandelten. Hier wird er „Wrangel von Jesse" genannt.
Berthold muss schon vor dem 9. October 1487 gestorben sein, denn an diesemTage hatte seine Wittwe Margarethe, Tochter des Bitters Jacob Deken und der Marga-rethe Brakel und Schwester von Jürgen Deken zu Harm, einen Termin wegen einer vonihrem Vater auf dem Dome zu Eeval nachgelassenen Heerwey de. Der Hauskomthur desDeutschen Ordens, Sweder von dem Bussche, fällte zu Beval das Urtheil und sprach dasStreitobject dem Andreas Deken für ihn und seine Erben zu.
Wir begegnen übrigens Bertliolds Wittwe noch recht oft vor Gericht. So musstesie zur Beitreibung von ausstehenden Geldern zu wiederholten Malen die Hülfe desharrisch-wirischen Eathes anrufen. Aber auch mit ihren eigenen Verwandten gerieth siesehr häufig in Streitigkeiten und Prozesse — namentlich mit ihrem Schwager Jürgen vonWrangel (12), welchen sie 1492 gewaltthätiger Eingriffe in ihre Besitzthümer beschuldigte.Den 27. Juli 1495 erkennt das harrisch-wirische Manngericht, dass ihr dieselben unge-schmälert verbleiben sollten. An demselben Tage wurde noch ein von ihr gegen ReinholdDrolshagen angestrengter Prozess verhandelt. Drolshagen hatte auf ein in der St. Antonie-Kirche gegebenes Eheversprechen hin Geld von ihr erhalten und klagte sie nun, da ersie nicht gefreit hatte, auf Zurückerstattung dieses Geldes.
Von Margarethe von Jesse, wie Bertliolds Wittwe immer genannt wird, sei nocherwähnt, dass sie ihrem Schwager Arnd Truve ihren Antheil an Syuck im KirchspielJörden iiberliess und 1492 auftrug.
Im Jahre 1498 theilten sich die beiden Söhne Wolmar (19) und Dietrich (21) in dieHälfte von Peritz, halb Sirgola und halb Metzekiilla mit Schwartzenbeck, welche Dörfer dieVorahnen des späteren Besitzers Reinhold von Wrangel (IX 1) besessen hatten bis aufSchwartzenbeck, welches sonst Musstigöggi genannt wurde. Es waren Theile von Lagena.
Berthold hatte aus dieser Ehe vier Söhne: Wolmar (19), Dietrich (21), Bein-hold (22), Berthold (23) und fünf Töchter:
i) von Toll, Rriefl. I p. 335 Nr. 632.