2. Heinrich de Wrangele, Wrangel.
Er ist der erste seines rulimvollen Namens, von welchem uns die Geschichte be-richtet hat. Zunächst tritt derselbe — auch Fr an gen, Wrangen genannt — im Jahre1277 unter den sechs adligen Personen, welche Vasallen der Kirche zu Riga waren, alsZeuge auf, als sein Schwager, Johann de Lüne, vom Erzbiscliof Johannes von Riga mitdrei Lehngütern in der Stadt Riga belehnt wurde. Er wird hier „Dominus Henricusde Wrangele" genannt. — Folgende Begebenheit aus dem Jahre 1278macht uns nähermit ihm bekannt: Nachdem Semgallen scheinbar beruhigt war, hatte sich Walter von Nortekkekrankheitshalber nach Marburg in den Convent begeben. Zu seinem Nachfolger ward Ernstvon Rassberg Anfang 1273 gewählt. Schon vor dessen Ankunft war der Krieg mit denLitauern wieder ausgebrochen. Auf einem Streifzuge hatten sie nämlich einen ihrer Lands-leute — Suxe —, der aus wahrer Ueberzeugung Christ geworden war und die Ritter auf ihrenKriegsfahrten begleitete, mit fünfzehn Genossen erschlagen. Diesen Frevel vergalten ihnenim Jahre 1273 die Ordensbrüder in einem mörderischen Kampfe an der Dubena, einemNebenfluss der Düna. Zum Schutz des Landes nach dieser Seite hin baute der Ordens-meister gleich nach seiner Ankunft Dünaburg „wie mitten auf das Herz des GrossfürstenTreyden", und legte eine so treffliche Besatzung hinein, dass der Grossfürst, obgleich vonrussischer Hilfe und vier mächtigen „Bliden" unterstützt, nach vierwöchentlicher Belagerungwegen Missstimmung seines Volkes „mit grosser Pein für sein Leben" abziehen musste. Dar-auf entbot Ernst von Rassberg 1274 zu einem allgemeinen Zuge gegen Litauen den Statt-halter Esthlands, Eilard von Oberg, in dessen Gefolge der stattliche Ritter Heinrichvon Wrangel und „ein viel tugendhafter Held" Johann von Tiesenhusen, des Erz-bischofs Vasall, erschienen, und rückte mit Kuren und Semgallen bis Kerno bei Wilna tiefin das litauische Land hinein. Auf der Heimkehr aber wurde das Heer, das die einzelnenanrückenden Haufen der Heiden zu vernichten zögerte, umzingelt und konnte trotz allerTapferkeit den Sieg nicht erringen. Mit der Fahne in der Hand sank Tiesenhusen;Eilard und der Ordensmeister mit 71 Rittern, worunter auch Heinrich Wrangel war,wurden den 5. März 1278 bei Ascheraden erschlagen.
Vielleicht sind Arnoldis (3) und Johann (4) seine Söhne.
3. Arnoldis
wird in einer Urkunde vom 17. Februar 1314 mit seinem Sohne
5. Heinrich
genannt. Nach derselben befindet sich Heinrich zu Maydel in der Umgebung des RittersJohann von Reval, welcher den rigaischen Minoriten einen Platz in Reval schenkt, wobeiHeinrich als Zeuge dient.
4. Johann de Wranghele, Wrangele
rinden wir zunächst 1282 zweimal als Zeuge aufgeführt, und zwar das erste Mal in eineram 2. Juli zu Roskild ausgefertigten Urkunde, laut welcher König Erich von Dänemark,
! ) Livländische Reim-Chronik ans dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts, \Vers 8313 ff. Scriptores rerum Livonicarum. Rigaund Leipzig 1853. Octav I. 004. Chronicum Livoniae Hermanni de "VVartberge 1378 p. 11. Scriptores rerum Prussicarum. Leipzig1803 II. 4 ( J. Carl Cröger, Geschichte Livlands, Esthlands und Kurlands, 1807, St. Petersburg, p. 173.