22. September 1236 von den Litauern fast vernichtet wurde, Avas von tiefster Bedeutungauch für die Geschichte von Harrien und Wirland ward. Denn da der nun fast leiblose Ordendie zuvor schon vergeblich angestrebte Vereinigung mit dem Deutschen Orden umjeden Preis zu erlangen genöthigt war, entschloss er sich, des Papstes Zustimmungzu erkaufen und als Preis Reval und die esthnischen Landschaften herauszugeben.König Woldemar von Dänemark sollte sie wieder haben. Im Mai 1237 war die Ver-einigung vollzogen und besiegelt. Was die Stellung der harrisch-wirischenVasallen anbetrifft, so war für sie der Hochmeister keine Autorität; suchte er sie zuzwingen, so standen sie auf, und ihnen zur Seite scharten sich wohl che stiftischenVasallen, Adelleicht auch die Pilger. Es konnte daher nur gütliche Vereinigung zumZiele führen, und dies um so leichter, als der Legat beauftragt war, die Landschaftenvorläufig zu Händen des Papstes zu nehmen. Möglich war solches jedoch nur, wennman den Vasallen den Besitzstand soAvie die Erhaltung sonstiger Rechte und Frei-heiten garantirte.
In Wirland schrieben sich die Belehnungen zum Theil vom päpstlichen Statthalterund dessen Vicar her. In Harrien dagegen waren die dänischen Statthalter nur offen-barer GeAvalt geAvichen; dänische Vasallen waren verdrängt worden; seine Vasallen insLand zu setzen, hatte der Orden kaum ein Recht aufzuweisen gehabt. Die ganz gegenDänemark Compromittirten entgingen ihrem Loose Avold nur, indem sie ihreBesitzungen Wirländern auftrugen, oder der Orden Avies ihnen Land in der Ordensland-schaft Jenven ein, oder es that dieses der Bischof von Oesel und der Wieck. So Avurdeder Uebergang vorbereitet.
Auf Aviederholte Mahnung des Papstes erschien der Legat in Schonen am könig-lichen Hoflager zu Stenby. Dorthin Avar auch Hermann Balke, Heermeister des DeutschenOrdens, gekommen. Am 7. Juli 1238 Avurde der Traktat unterzeichnet.
„Das Schloss zu Reval, die Landschaften Repel, Harrien, Wirland und• I er wen wurden, in Grundlage der päpstlichen Entscheidungen, als rechtmässiges Be-sitzthum des Königs angesehen."
Ferner ward hierbei der übenviegenden Mehrzahl der Vasallen der Besitz garantirt,und der Orden übergab dem Könige von den 5800 Haken der beiden Landschaften nur1895 zu unmittelbarem Besitz. Jenven trat der König dem Orden für den Heerzuggegen die Heiden ab.
Zum Antritt des Aviedergewonneneu Besitzes erschien 1238 der Herzog Kanut inBegleitung des Legaten Wilhelm und des Vicelandmeisters Dietrich von Groningen inEsthland und es begann die Ordnung der Verhältnisse im Lande durch den sodanngebildeten Lelmhof, dessen muthmassliche Zusammensetzung bereits erwähnt ist. Beisitzermögen eben die mit dem Titel „Dominus" im Liber census Bezeichneten, sowie einigeKnappen gervesen sein.
In Harrien, namentlich aber in Repel, selbst in dem Avirländischen Antlieil vonRepel, Avurden viele ilmer Lehen verlustig erklärt und vertrieben, entAveder als eidbrüchigekönigliche Vasallen, oder Aveil sie keine Lehnbriefe aufweisen konnten, oder, weil derLehnhof ihre Briefe annullirt hatte und kein mächtiger Fürsprecher für sie eingetreten