dem Bistimm ins Leben getreten. Besteben und Sicherheit des Stifts" gegenüber deneben bezwungenen Esthen und so nahe an der russischen Grenze beruhten hauptsächlichauf der Macht der Vasallen. Unter der dänischen Herrschaft gehörten diese Vasallenim Stifte Riga und ebenso später auch im Gefolge des Ordens nicht alle zu den ange-sehenen Geschlechtern, „denn dazu war die Stellung des Ordens um jene Zeit noch zugering, zu abhängig", und „dem Orden war durch die Lage der Dinge verwehrt, wähle-risch zu sein", und dies um so mehr, weil nur ein vermögender und einflussreicher Vasallgenügende Heeresfolge leisten konnte, worauf es hauptsächlich ankam.
Anders in Wirland: Ministerialgeschlechter des bremischen Erzstifts,sowie andere niedersächsische, holsteinische und auch westfälische Vasallenund Stadtbürger finden sich hier in der zehn Jahre später abgefassten Landrolle.Sie hatten auf eigene Faust das Land besetzt, anfangs gegen den Willen des päpstlichenLegaten, hernach mit Zustimmung des von ihm eingesetzten Statthalters. Von diesemhatten sie ihre Lehnbriefe. — „Dazu standen sie in engster Verbindung mit den Vasallenin den beiden Stiftern Dorpat und Riga." — „Die harrisehen Vasallen des Ordens hattenvon ihm erst Land und Leute empfangen, die Wirländer dagegen brachten ihm Landund Leute."
Nach dem Tode des Bischofs Albert ward vom päpstlichen Legaten, dem KardinalOtto, welcher, da er den Kaiserlichen und auch in Deutschland verhasst, nach Dänemarkgegangen war, der Mönch Balduin von Alna nach Riga gesandt. Im Jahre 1232 hat ihmdänischer Einfluss vom Papste das Bisthum Semgallen und die Legatenwürde in Esthlandund Livland eingetragen. Nur wenige Tage später weist eine päpstliche Bulle dieBischöfe Nicolaus und Hermann, sowie den Orden an, diesem neuen Stellvertreter desPapstes die zwischen Deutschen und Dänen streitigen Landschaften zu übergeben. Derpäpstlichen Drohung zu begegnen, sucht der Orden noch einmal beim Kaiser Schutz fürsich und seine Vasallen (homines suos); seine einzigen Vasallen aber sind dieDeutschen in Harrien und Wirland. Der Kaiser verheisst ihm den erbetenen Schutz;nur der „homines" gedenkt die kaiserliche Resolution nicht weiter; ja, sie zählt dieLandschaften des Ordens auf und vergisst zwar nicht Jerwen; allein Harrien, Repel undWirland fehlen.
In so bedrängter Lage setzt der Orden seine Hoffnung noch einmal auf den Papst;auch lässt sich die Curie bereden. Es wird ein neuer Legat, Wilhelm von Modena, nachLivland beordert, und es entsteht ein Prozess.
Im September 1235 wurde dieser Prozess zu Viterbo instruirt; der Kardinalbischofvon Sabina führte die Untersuchung, die Anklage Balduin von Alna. Im Februar 1236fällte der Papst das Urtheil: „Es sollte der Orden das Schloss von Reval und dieLandschaften Repel, Harrien, Wirland und Jerwen dem Legaten Wilhelm zu Händendes Römischen Stuhls übergeben."
Es war ein harter Schlag für den Orden. Alle in diesen Landschaften von denBischöfen, vom Magister Johannes, von dessen Vicar Hermodus ausgeschriebenen Zehntenwaren zu widerrufen. Dazu kam noch, dass das deutsche Heer der Schwertritter am