Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
Seite
399
Einzelbild herunterladen
 

399

Hieraus folgt für das Nordöstliche Azimuth des Kasbeks,vom Beobachtungsorte aus gezählt, aus dem Mittel beidergefundenen Werthe:

169 0 27' 19".5 - 0.68 d t + 0.73 9 d -f 0.13 9

wo 9 t, 9 9 und 9 f die Fehler bedeuten, welche in den an-genommenen Werthen von £, 9 und <p enthalten sein können;setzt man 9 t = + 15" in Bogen oder ± 1" in Zeit, sowürde der dadurch entstehende Fehler im Aziinuthe == + 10".2werden, und folglich müsste in diesem Falle die Zeit sehrgenau bestimmt gewesen sein, um das Azimuth des Kasbeksmit genügender Genauigkeit zu finden.

Bestimmung der Zeit und des Azimutlies, ausden gemessenen Azimutli-Unterschieden vonGestirnen.

134. Wir haben gesehen, dass ein Stern sein Azimutham schnellsten in der Nähe des Meridianes ändert, wennaber die Polardistanz des Sternes gross ist, so wird selbstnoch bei einer bedeutender Abweichung des Sternes voinMeridi-ane, diese Veränderung sehr merklich sein. So wird sichzum Beispiel das Azimuth eines Sternes im ersten Verticalesich in einer Zeitsecunde um 15" sin <p in Bogen ändern;und folglich kann man an allen Orten, deren Breite cpgross ist, den Durchgang dieses Sternes durch die verschie-denen Vertieal-Ebenen zwischen dem Meridiane und demersten Verticale, mit hinreichender Genauigkeit beobachten.Hierauf gründet sich nun die Methode, welche Struve zurZeit- und Azimuthbestiminung vorgeschlagen hat *).

*) Breiten - Gradmessung in den Ostsee-Provinzen Russlands.T. I. Seite 104, 317519.