Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100

möglich nach Unten zu bewegt; bewegt man nun wiederdas Fernrohr nach Oben so weit zurück, als es die Füssedes Niveaus gestatten, und bemerkt alsdann, dass die Blasedes Niveaus während dieser Drehung unbeweglich bleibt, sokann man mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dassdie Zapfen eine cylindrische Form haben * .

Weit genauer aber, kann man die Gestalt der Zapfen,mittelst eines sehr empfindlichen sogenannten Fühlhebels oderFühlniveaus untersuchen, der eine Fuss dieses Fühlniveauswird besonders für sich, an dein Stutzpfeiler der horizontalenUmdrehungs-Achse des Instrumentes befestigt, der andereaber ist mit dem Zapfen in Berührung; wenn nun das Fern-rohr um seine Achse gedreht wird, und hierbei die Blasedes Niveaus sich nicht bewegt, so ist dieses ein sicherer Be-weiss, dass der Zapfen, das Pfannenlager in einem Kreis-umfang berührt. Dieser Apparat, wird aber nur bei derUntersuchung grösserer Instrumente gebraucht, weil er sichsehr selten in den Händen desjenigen befinden wird, welchermit kleinen Reise-Instrumenten beobachtet, und deswegenwollen wir hier auch nicht näher auf diesen Punkt eingehen.

50. Wenn beide Zapfen zwar cylindrisch gestaltet sind,an Durchmesser aber verschieden sein sollten, so wird zwar

*) Es ist leicht einzusehen, dass die Zapfen eine andere Ge-stalt haben könnten, nur müsste sie so beschaffen sein,dass die Durchschnitte beider Zapfen, welche durch einezur Umdrehungs-Achse senkrechte Ebene gebildet werden,Curven von vollkommener Gleichheit, und symmetrisch inBeziehung auf die Umdrcliuiigs-Achse gelegen, sein müssten;denn in diesem Falle, würde sich allerdings die Blase desNiveaus bei der Umdrehung des Fernrohres nicht bewegen.Das genaue Zusammentreffen aller dieser Bedingungen aber,wird sich in der Praxis niemals ereignen, und daher kannman keine andere Figur, als die erwähnte cylindrische Kreis-form annehmen.