und zwar am 22. Mai s369- Die Kunst- und kulturhistorischenSammlungen wurden als Hauptzweck hingestellt, die Kataloge undRepertorien über dieselben sollten zur leichtern Benutzung geführtwerden. Die Repertorien sollen sich aber, im Anschlüsse an diewissenschaftlichen Arbeiten des Museums, die aber nicht sein Haupt-zweck sind, auch auf solche Gegeustände erstrecken können,welche nicht im Museum enthalten sind.
So war die Sammlung zur Hauptsache, die Arbeit an den Re-pertorien zur Nebensache geworden und der ursprüngliche Zweck desMuseums verkehrt worden.
Diese Erfahrung mag den ohnehin herz- und lungenkrankenGründer des Museums, der sein Leben der Sache gewidmet und die-selbe mit großen Opfern gehoben, gepflegt und vertreten hatte, tiefverletzt haben. Er, der O Zahre lang ohne jede Entschädigung demMuseum gedient hatte, er, der demselben aus eigenen Mitteln Vor-schüsse geinacht und für dasselbe gehaftet hatte, mußte seine ganzeThätigkeit als Thorheit verurtheilt sehen.
Doch er verließ sich auf die deutsche Nation, und sie hat es nichtals Thorheit erkannt, ebenso nicht die Edelsten derselben, Kaiser,Könige, Fürsten und Adel.
Als Hans v. A. sich init dein Titel eines Ehrenvorstandes imZahre s36I auf seine neue Besitzung Kreßbrunn ain Bodensee wegenseiner zerrütteten Gesundheit zurückzog, eutstaud die Frage wegen desErwerbes seiner reichhaltigen, systematisch geordneten und reper-torisirten Sammlungen, welche schon seit einiger Zeit einer fach-männischen Schätzung unterworfen wordeit waren. Das Museum,das dieselben nicht entbehren konnte, war deshalb vor die Frage desAnkaufs derselben gestellt, weil H. v. A. eine unentgeltliche Ueber-lassung derselben nicht mehr möglich inachen konnte. Andererseitsfehlten aber dem Museum die Mittel zum Ankaufe vollständig. Hierhalf wieder der hochherzige Ludwig I. von Bayern, der am If. Aprils36I einen Beitrag von 5V0QO Fl. zum Ankauf mit der Bedingunggab, daß der Rest von 7i)iXX) Fl. von den übrigen deutschen Fürstenaufgebracht werde. Außerdem ließ er schon vorher die Büste desHans v. A. von Professor Halbig in München in Marmor lebensgroßanfertigen und schenkte sie dem Germanischen Museum.
Theilweise hatte er sich allerdings getäuscht, denn eine Samm-lung brachte nur sviXX) Fl., sodaß der Rest dem Verkäufer verzinstwerden mußte, nachdem die Sammlung am 5. März s36^ käuflich audas Museum übergegangen war.