Die am j0. 2lpril f330 erlassenen Statuten schließen sich imWesentlichen den von Herrn v. Werdenstein entworfenen an und be-tonen vor Allem den katholischen Charakter der Anstalt.
Im Jahre f337 wurde auf Grund des Testaments des Stiftesdie eheliche Geburt der Zöglinge, dann die vom Stifter vorgeschriebeneVerrichtung der Andachtsübungen zur besonderen Bedingung gemacht.
Zm Zahre f372 und f873 wurde die Organisation der Verwal-tung zeitgemäß verändert und ein neuer Statutenentwurf am 30. Zumj373 genehmigt, der sich sehr bewähren soll.
Das stetig wachsende vermögen, dessen Verwaltung seit derWiedererrichtung eine vorzügliche war, daß f8H0/Hf 203 6j f Fl., s8^2fs 000 Fl., f37H aber 23H 602 Fl. und zwar 2s7 037 Fl. an Kapitalienund 37 3j5 Fl. an rentirlichen Grundstücken vorhanden waren, unddas, nach Vereinigung mit dem sog. marianischen Fond, im Zahre f376323 233 Mark und Ende f87f> 638 233 Mark betrug, erlaubte einengrößeren Bau, wodurch das Gebäude im Zahre j37H entsprechenderweitert wurde.
Nunmehr ist das Seminar durch seine schönen am Eingange mitdem Aufseßschen Wappen geschmückten Gebäude eine Zierde Bambergs,ein Segen für das Land und ein Stolz für das Aufseßsche Geschlecht,nach dem die Straße unterhalb des königlichen Schlosses, an der dasSeminar liegt, genannt ist. Zur Zeit repräsentiren die Gebäude einenWerth von f 80 000 Mark und das sonstige Vermögen einen Werthvon 77f9lf Alark.
2. Das germanische Nationalmuseum zu Nürnberg, eineunter Kur atel der bayerischen Regierung stehende Stiftung für Unter-richt, ist, wie sein Gründer Hans Freiherr v. Aufseß (Hj3) in einerDenkschrift Bon f369 bei Gelegenheit des Streites wegen des Prof.Dr. Hauptschen Gutachtens selbst sagt, aus dem Bedürfnisse hervor-gegangen, die Kenntniß und das Studium vaterländischer Geschichteund der geschichtlichen Zustände, der Kultur, Sitte und des bürger-lichen Lebens zu erleichtern und zum Gemeingute für jeden Gebildetenzu machen, dafür aber, so weit als möglich und thunlich, diejenigenHülfsmittel anzudeuten und theilweise an die Hand zu geben, welchezur Erweiterung geschichtlicher Kenntnisse und zur Aufklärung be-stimmter Fragen in jenem Wissenskreise dienlich erscheinen.
Da nun das an vielen Orten Deutschlands und des Auslandesin Ar chiven, Bibliotheken und Sammlungen befindliche Rkaterial fürdeutsche Geschichte dem Forscher nur unvollkommen und schwierig be-kannt werden kann, glaubte Hans v. A., eine ideelle Vereinigungaller dieser zur Geschichtsforschung nothwendigen Hülfsmittel in der